Mo, 19. November 2018

KH-Nord-Kommission

23.10.2018 13:01

Udo Janßens haarsträubende Geschichten

Zum ersten Mal in seiner Zeit in Wien zeigte der eiskalte Manager Udo Janßen etwas, das nach Emotion aussah: Der Ex-Boss des Krankenanstaltenverbundes genoss den Medienrummel um seine Person, ließ sich bei der U-Kommission zum Krankenhaus Nord zur Imitation eines Lächelns hinreißen. Das wiederum ist den Steuerzahlern längst vergangen.

Der deutsche Manager mit der Ausstrahlung von flüssigem Stickstoff musste am Dienstag bei der U-Kommission zum Pleite-Pech-und-Pannen-Krankenhaus Nord aussagen. Bis auf seinen „Emotionsausbruch“ vor den Kameras zeigte sich Janßen wieder aalglatt wie eh und je. Der ehemalige Generaldirektor des Krankenanstaltenverbundes, Liebkind der ehemaligen Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (heute bei Siemens), hat eine ganz spezielle Verteidigungsstrategie. Und die lautet: Die anderen sind schuld.

Hier ein paar Highlights seiner haarsträubenden Geschichten:

  • „Das Projekt hat sich schon bei der Übergabe in einer kritischen Phase befunden“, schildert Janßen - und widerspricht damit klar seinem Vorgänger Wilhelm Marhold, der bereits vor der Kommission Rede und Antwort stehen musste und sehr gut vorbereitet war. Janßen stellt klar in Abrede, dass bei Marholds Abgang alles in Ordnung war.
  • Der Deutsche weist eindringlich darauf hin, dass nicht er operativer Bauherr war, sondern Vize Thomas Balazs. Eine Frage, die bleibt: Wofür hat Janßen so viel verdient, wenn er für nichts verantwortlich war?

Für alle zur Erinnerung: Die frühere Ablöse des Generaldirektors kostete den Steuerzahler im Vorjahr eine Menge Geld. 395.000 Euro erhielt Janßen als Golden Handshake, weil sein Vertrag noch bis 2019 weitergelaufen wäre.

Nervöser Auftritt von früherem Vize-Chef
Sichtlich unwohl bei der Einvernahme fühlte sich Ex-KAV-Vize-Chef Thomas Balazs. „Statik und Fassadenprobleme führten zu den Mehrkosten“, lautete seine Analyse. Schuld sei der Architekt. Auch Balasz hatte eine Assistentin mit SPÖ-Nähe, bestritt aber eine politische Einflussnahme. Allerdings war sie mit Janßens Mitarbeiterin eng befreundet.

Michael Pommer und Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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