Mo, 19. November 2018

Vordernbergertal

12.09.2018 17:49

Alte Zugtrasse: Land Steiermark zieht Kauf durch

Zwar wurde die notwendige Ausschuss-Sitzung auf Oktober verschoben, doch die Entscheidung der Landesregierung steht: SPÖ und ÖVP werden im Landtag demnächst den Kauf der stillgelegten ÖBB-Bahntrasse von Trofaiach nach Vordernberg beschließen, um darauf einen Radweg zu errichten. Daran dürften auch Einwände von FPÖ, Grünen und KPÖ nichts mehr ändern.

Die Kritik der Opposition im steirischen Landtag ist so uneinheitlich wie die Parteifarben: Während Lambert Schönleitner (Grüne) und Werner Murgg (KPÖ) für die Erhaltung der - seit fast 20 Jahren stillgelegten - Bahnstrecke von Trofaiach nach Vordernberg eintreten, würde Marco Triller (FPÖ) das ÖBB-Grundstück am liebsten stückweise an die Anrainer verkaufen.

Verkauf an die Anrainer wäre kurzsichtig
Letzteres kommt wohl am wenigsten in Frage. Denn das Land soll den ÖBB ganze 425.000 Euro überweisen - keine große Summe für ein 5,5 Kilometer langes Grundstück, auf dem die öffentliche Hand wichtige Maßnahmen zur Erschließung der Region treffen kann.

Herzstück der Pläne ist ein Radweg zwischen den Bahnhöfen Trofaiach und Vordernberg Süd, der direkt auf der bisherigen Bahntrasse verläuft. Die Kosten für das Abtragen von Oberleitung und Gleisen sollen durch den Verkauf der alten Schienen gedeckt sein, rechnet das Büro von Verkehrslandesrat Anton Lang vor. Die Asphaltierung des gesamten Radwegs belaufe sich auf rund 400.000 Euro.

Bürger sollen bei der Entwicklung mitreden
Eine Investition, die sich absolut lohne, so Trofaiachs Bürgermeister Mario Abl (SPÖ): „Wir schaffen damit nicht nur eine tolle Erschließung für Radfahrer, sondern gewinnen eine wertvolle, zusammenhängende Zone, die wir unter Beteiligung der Bürger entwickeln wollen.“

Personenzüge zu teuer
Vom Tisch bleibt die Idee, zwischen Leoben und Vordernberg wieder Personenzüge zu führen - aus Kostengründen: Denn dafür müsste nicht nur die Strecke von Leoben nach Trofaiach, wo seit 20 Jahren nur Güterzüge fahren, auf Personenverkehr aufgerüstet, sondern auch das Teilstück bis Vordernberg Süd völlig neu instandgesetzt werden. Dafür wären 43 Millionen Euro fällig, wie eine Evaluierung des Landes ergab.

Busse im Viertelstundentakt decken Bedarf besser
Außerdem stellten Experten fest, dass neue Siedlungen immer weiter weg von der Bahnlinie wachsen, weshalb 2017 beschlossen wurde, den Busverkehr um vergleichsweise günstige 1,3 Millionen aufzurüsten: Seit einem Jahr gilt zwischen Leoben und Trofaiach der urbane Viertelstundentakt.

Erzbergbahn bleibt unbehelligt
Übrigens: Die von einem Verein betriebene Erzbergbahn ist von den Plänen nicht betroffen. Die private Touristenstrecke beginnt in Vordernberg Süd, wo der künftige Radweg aufhören soll, und führt von dort Richtung Eisenerz.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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