Mi, 19. September 2018

Hundertwasser-Anlage

06.09.2018 06:00

„Urlauber riskieren für Fotos mit WC ihr Leben“

Es ist der Touristenmagnet des kleinen neuseeländischen Orts Kawakawa: Die vom österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltete Toilettenanlage. Das Problem: Für Erinnerungsfotos legen die in Scharen anreisenden Urlauber den an den WCs vorbeiführenden Verkehr lahm. Und riskieren oft ihr Leben.

Zu Spitzenzeiten sind es bis zu 45.000 Touristen, die monatlich eigens für die besondere bunte Toilettenanlage in den kleinen Ort strömen - für die 1500-Seelen-Gemeinde aus Marketing-Sicht ein Segen, für den Verkehr ein Horror.

„Touristen spazieren einfach auf die Straße“
„Für ein Foto mit der Anlage im Hintergrund spazieren die Touristen einfach auf die Straße und riskieren ihr Leben. Teils bleiben sogar Busse vor der Kreuzung stehen, um die Insassen herausspringen zu lassen“, so Anrainerin Debbie Russel. „Dass es noch keine Toten gegeben hat, grenzt an ein Wunder. Täglich kommt es hier zu Beinahe-Unfällen.“

Behörden reagieren
Grund genug für die örtlichen Behörden, zu reagieren: Eine eigene Arbeitsgruppe soll nun die Gefahrensituation vor den Ende der 90er-Jahre erbauten Hundertwasser-Klos entschärfen. So ist zum Beispiel angedacht, die zulässige Höchstgeschwindigkeit rund um die WC-Anlage von 50 auf 30 km/h zu senken. Sogar die Idee von eigenen „Fußgänger-Sheriffs“ steht im Raum.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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