Mi, 19. September 2018

Platz für fünf Rudel?

01.09.2018 06:00

Neues Ampelsystem: Hier dürfen Wölfe heulen

Der Wolf ist zurück - und damit auch die Frage, ob in Österreich überhaupt Platz für das Raubtier ist. Mit einem Ampelsystem will das Forum Wald nun Lebensraum für maximal fünf Rudel ausweisen. „50 bis 60 Exemplare verträgt das Land“, so Obmann Gerhard Heilingbrunner. Er stellte auch Schutzmaßnahmen vor.

„Wir brauchen rasch eine Wolfsverordnung, wie es sie in anderen Staaten schon gibt“, erklärt Heilingbrunner. Knapp ein Sechstel des Bundesgebietes komme als Habitat für die Raubtiere infrage. „In diesen Zonen sollte der Wolf geschützt sein“, erklärt der Obmann des Kuratoriums Wald.

Bundesweit müssten außerdem Herdenschutzmaßnahmen gesetzt sowie die Zahlung von Entschädigungen nach Rissen rasch organisiert werden. „Herdenschutz ist wichtig. Wir wollen aber nicht, dass überall Zäune aufgestellt werden. Almen und Wälder sollen zugänglich bleiben“, so der Experte.

„Abschuss ist das letzte Mittel“
In den wenig oder gar nicht geeigneten Zonen sollen die Raubtiere rasch vertrieben werden. Heilingbrunner zum Wolfsmanagement: „Der Abschuss ist das letzte Mittel, falls Vergrämungsmaßnahmen nicht greifen und Nutztierrisse durch einen Wolf zunehmen.“

Der Ehrenobmann des Umweltdachverbandes fordert außerdem finanzielle Unterstützung von betroffenen Landwirten bei der Anschaffung von Zäunen, Hunden oder Frühwarnsystemen ein. Das großflächige Anlegen von Zaunsperren lehnt er aber entschieden ab. Heilingbrunner: „Diese sollten nur punktuell angelegt werden. Der freie Zugang zu Wäldern und alpinen Gebieten muss gewahrt werden.“

Lukas Lusetzky und Thomas H. Lauber, Kronen Zeitung

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