31.08.2018 12:37 |

8 Opfer ausgeforscht

Schwerpunktaktion gegen Menschenhandel in Kärnten

Am 29. und 30. August führten das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt Kärnten eine Schwerpunktaktion gegen Menschenhandel und grenzüberschreitenden Prostitutionshandel in Kärnten durch. An den Kontrollen nahmen auch spezialisierte Rotlicht- und Menschenhandelsermittler aus Deutschland, Belgien und Italien teil. Insgesamt wurden acht potentielle Opfer von Menschenhandel identifiziert.

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In den zwei Tagen wurden in ganz Kärnten Bordellbetriebe polizeilich überprüft. Die Kontrolle der 15 Lokale sowie der zwölf Wohnungen und Beherbergungsbetriebe erfolgte durch Ermittler des BKs und des LKA Kärnten mit Unterstützung der Landeskriminalämter Niederösterreich, Oberösterreich und Wien sowie Polizeieinheiten aus Deutschland, Belgien und Italien. Ziel des Einsatzes war einerseits die Identifizierung von Opfern des Menschenhandels, die sexuell ausgebeutet werden. Andererseits standen Strukturermittlungen im Fokus, um nationale und internationale Verbindungen von Gruppierungen erkennen zu können. Darüber hinaus wurde auch die Einhaltung der Bordell-Bewilligungsrichtlinien überprüft. Ein wichtiger Bestandteil der Aktion war die Beratung potentieller Opfer in Asylunterkünften und die Verteilung von Präventionsunterlagen. Bei diesen Gesprächen konnte ein potentielles Opfer aus Nigeria erkannt werden.

Erfolge

Im Rahmen der Kontrollen wurden insgesamt 133 legale Sexdienstleisterinnen und 42 Kontaktpersonen kontrolliert, wobei sieben potentielle Betroffene des Menschenhandels aus Rumänien identifiziert wurden. Zu diesen Personen werden umfangreiche Ermittlungen im europäischen Raum weitergeführt. Abklärungen zur Verifizierung internationaler krimineller Netzwerke werden in den nächsten Tagen via Europol eingeleitet. Nach Abschluss der eingeleiteten Ermittlungen ist von weiteren Erfolgen auszugehen.

Im Zuge der Kontrollmaßnahmen erlangten die Ermittler Hinweise für die Aufklärung einer schweren Körperverletzung im Rotlichtmilieu. Die Angaben konnten bei ersten Überprüfungen bereits zum Großteil bestätigt werden.

Des Weiteren wurde bei den Maßnahmen eine Person angetroffen, die zur Aufenthaltsermittlung für Justizbehörden von Italien wegen Verdacht der Zuhälterei und des Menschenhandels ausgeschrieben war.

Die internationale Schwerpunktmaßnahme wurde auch für einen umfangreichen Austausch zur aktuellen Lage, Trends und Entwicklungen im Rotlichtmilieu und Erfahrungsaustausch zu Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung genützt. Hier stand insbesondere der Menschenhandel aus Nigeria im Mittelpunkt.

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