Mi, 19. September 2018

Herzlose Tierquälerei

01.09.2018 08:22

Zoo in Japan schließt und lässt Delfin zurück

Als ein Zoo in Japan aufgrund sinkender Besucherzahlen Anfang des Jahres schließen muss, wurden zahlreiche Tiere einfach zurückgelassen. Besonders herzzerreißend sind die Aufnahmen der Delfin-Dame mit dem Spitznamen „Honey“, die ihr Dasein einsam und allein in einem kleinen Becken fristen muss. Zahlreiche weitere Tiere, darunter Hunderte Fische und Reptilien, teilen das Schicksal des traurigen Meeresbewohners.

Nach dem schweren Erdbeben und der nuklearen Katastrophe in Fukushima im Jahr 2011 blieben die Besucher im Inubousaki Marine Park aus - der Zoo warf diesen Jänner schließlich das Handtuch. Viele Tiere verblieben allerdings im Park. Auch wenn sie von Mitarbeitern regelmäßig gefüttert werden, deckten Tierschützer auf, dass die Haltungsbedingungen grauenhaft sind.

Risse auf Rücken stammen von Sonnenbrand
„Honey“ dreht einsam ihre Runden in einem winzigen Pool, auf ihrem Rücken sieht man Risse in der Haut. Laut Animals Rights Center sollen diese Wunden von einem Sonnenbrand stammen: Durch eine Krankheit könnte sich Gas im Körper des Tümmlers gebildet haben, das Tier dadurch nicht tauchen können. „Ihre Haut dürfte durch die Sonneneinstrahlung geschädigt worden sein, weil sie nicht unter Wasser schwimmen kann“, wird ein Experte zitiert.

Das Wasser in dem Delfinbecken ist dreckig. Davon abgesehen ist „Honey“ auch von Einsamkeit geplagt: Delfine leben normalerweise in Gruppen und leiden stark unter Einzelhaltung. Die Tümmler-Dame habe daher ein stereotypes Verhalten entwickelt, senkt beispielsweise ihren Kopf langsam aus dem Wasser und lässt ihn wieder sinken. Der Aufschrei in sozialen Netzen unter dem Hashtag #savehoney ist groß.

Doku zeigt: Delfin-Wilderer richteten regelmäßig Blutbad in Bucht an
„Honey“ dürfte als Jungtier der Wildnis entrissen worden sein, in der berühmt-berüchtigten Taiji-Bucht, die in dem Oscar-prämierte Dokumentarfilm „Die Bucht“ thematisiert wird. Darin wird das brutale Abschlachten und Einfangen von Delfinen gezeigt, die in dem Meerbecken zusammengetrieben und für den Verzehr als Delikatesse getötet werden.

Den 48 Pinguinen, die im verlassenen Zoo zurückgeblieben sind, geht es nicht besser als „Honey“. Die Tiere sehen staubig aus, das Gehege ist dreckig und verwahrlost. Der Putz bröckelt von den Fassaden der Gebäude.

Auswildern im Fall von „Honey“ eher nicht möglich
Die Tierschützer von Animals Rights Center fordern, dass „Honey“ nicht in die Wildnis ausgesetzt wird, sondern in ein Schutzzentrum für Meeresbewohner kommt. Würde sie ausgesetzt, würde sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder jener Delfingruppe anschließen, von der sie als Jungtier getrennt wurde. Die Gefahr wäre groß, dass sie von Wilderern erneut in die Taiji-Bucht getrieben und abgeschlachtet wird.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.