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Detektive vom Roten Kreuz suchen nach Vermissten

Nicht zu wissen, wo sich die geliebten Angehörigen befinden - ein Albtraum! Im vergangenen Jahr konnten durch die Hilfe des Rotkreuz-Suchdienstes in Oberösterreich 100  Familien wieder zusammengeführt werden. Der gestrige Welttag der Verschwundenen sollte auf jene aufmerksam machen, die bisher nicht gefunden wurden!

Hunderttausende Menschen werden weltweit vermisst - die meisten davon wurden aufgrund von Kriegen und Konflikten gewaltsam von ihren Familien getrennt. „In Westeuropa gibt es zum Glück keine Staaten mehr, die Menschen verschwinden lassen. Aber es gibt immer noch Länder auf der Welt, wo das noch heute passiert“, weiß Rotkreuz-Präsident Walter Aichinger.

Über 4700 Abgängige
Der Suchdienst des Roten Kreuzes hilft Betroffenen dabei, die vermissten Verwandten zu finden. Auf der Plattform www.tracetheface.org sind über 4700 Fotos von Abgängigen gespeichert. Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes werden auch offline tätig und leisten kostenlose Detektivarbeit.

Viele Fälle wegen Migrationsbewegung
Die Rotkreuz-Mitarbeiter unterstützen die Menschen nicht nur bei der Suche, sondern auch bei Behördenwegen, Antragstellungen und anderen organisatorischen Dingen. Im Jahr 2017 suchte das Österreichische Rote Kreuz insgesamt 1333 Personen. Zwei Drittel der Fälle betreffen aktuelle Konflikte mit Migrationsbewegungen, hier liegt die Aufklärungsquote bei etwa zehn Prozent.

Weltweit 2 Millionen Menschen verschwunden
Ein Drittel der Fälle betrifft ältere Konflikte bis zurück zum Zweiten Weltkrieg. Hier sind die Erfolgschancen weitaus höher! Weltweit sind derzeit 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht - die Hälfte davon sind Kinder unter 18 Jahren. Insgesamt gelten mehr als zwei Millionen Menschen als verschwunden.

Lisa Stockhammer/ Kronen Zeitung

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