29.08.2018 06:00 |

Extrem viel Schmelze

Hitzesommer bringt Gletscher ins Schwitzen

Nicht nur Menschen, auch die heimischen Gletscher leiden unter den extremen sommerlichen Temperaturen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen habe es bisher „überdurchschnittlich viel Schmelze“ gegeben, so der Innsbrucker Glaziologe Kay Helfricht. Der September würde „entscheiden, ob es heuer ein extremes Jahr wird“.

Die Ablation, also der Verlust von Schnee und Eis durch Schmelzen, sei „ähnlich stark wie im vergangenen Jahr“, sagte Helfricht, der am Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung (IGF) arbeitet. Der Winterschnee sei bereits so gut wie auf der gesamten Gletscherfläche weggetaut. Winterschnee ist nötig, damit die Gletscher Rücklagen bilden können. Denn dieser wird - sofern er den sommer überdauert - über Jahre kompakter und schließlich zu Gletschereis. Besser stelle sich die Situation derzeit noch auf ganz hochgelegenen Gletschern, also deutlich über 3000 Metern, dar, so Helfricht zur APA.

Forscher setzen Hoffnung in Neuschnee
Aufschlussreiche Daten würden derzeit vom Hallstätter Gletscher im Dachsteinmassiv vorliegen. Diese Erkenntnisse hätten eine Aussagewirkung bzw. seien generalisierbar. Die Endresultate folgen nach den Messungen am Ende der „Schmelzsaison“, also im Oktober.

Vor der Abrechnung hoffen die Wissenschaftler auf weiteren Neuschnee. Dieser verschaffe zunächst eine „kurze Verschnaufpause“ von wenigen Tagen. Infolge käme es aber darauf an, ob weiterer Schnee folgt - und dieser liegen bleibt -, oder es wieder wärmer wird. 

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