Sex-Affäre

Gestanden: Trumps Anwalt zahlte Pornostar Vermögen

Ausland
22.08.2018 06:47

Die Schlinge rund um Vertraute des US-Präsidenten Donald Trump zieht sich zu: Sein Ex-Anwalt Michael Cohan hat sich vor Gericht wegen illegaler Wahlkampffinanzierung schuldig bekannt. Den Namen seines Auftraggebers nannte er nicht - er ließ allerdings wissen, er habe im Auftrag eines Präsidentschaftskandidaten gehandelt. Zwei Frauen, die sexuelle Kontakte zu Trump gehabt haben, habe er insgesamt 280.000 Dollar (rund 245.000 Euro) Schweigegeld gezahlt.

Donald Trump, sein Ex-Anwalt Michael Cohen und Stormy Daniels, an die Schweigegeld gezahlt wurde (Bild: APA/AFP/GETTY IMAGES, Penthouse, AP, krone.at-Grafik)
Donald Trump, sein Ex-Anwalt Michael Cohen und Stormy Daniels, an die Schweigegeld gezahlt wurde

Vor einem Bundesrichter im New Yorker Stadtteil Manhattan räumte Cohen ein, zwei Frauen, die mit dem späteren Ex-Präsidenten intim gewesen waren, Schweigegeld in Höhe von 130.000 und 150.000 Dollar (114.000 und 131.000 Euro) gezahlt zu haben. Dies habe er auf Aufforderung des damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump getan und mit der „Intention, die Wahl zu beeinflussen“, wurde vor Gericht festgehalten. Es handelt sich dabei um das Ex-„Playboy“-Model Karen McDougal und den Pornostar Stormy Daniels

Die Affäre mit dem Ex-Playmate Karen McDougal mit Donald Trump wurde öffentlich. (Bild: AP, AFP, stock.adobe.com, krone.at-Grafik)
Die Affäre mit dem Ex-Playmate Karen McDougal mit Donald Trump wurde öffentlich.
Stormy Daniels im Jänner 2017 auf der AVN Adult Entertainment Expo in Las Vegas (Bild: AFP)
Stormy Daniels im Jänner 2017 auf der AVN Adult Entertainment Expo in Las Vegas

In fünf Anklagepunkten zur Steuerhinterziehung und zu einer Falschaussage gegenüber einer Bank bekannte sich der 51-Jährige ebenfalls schuldig. Das Urteil soll am 12. Dezember fallen.

Vor dem Termin vor dem Strafgericht in Manhattan hatten US-Medien berichtet, Cohen habe sich im Rahmen einer Abmachung mit der Staatsanwaltschaft zu einem Schuldeingeständnis bereit erklärt - wohl im Gegenzug für einen Strafnachlass.

Beamte der Bundespolizei FBI hatten im April Cohens Büro- und Privaträume durchsucht und dabei umfangreiches Material beschlagnahmt. Cohen arbeitete bis vor wenigen Monaten rund zehn Jahre lang für Trump und galt als dessen „Ausputzer“ - als Mann, der hinter den Kulissen unangenehme Angelegenheiten bereinigte. Er verfügt dadurch über Kenntnisse über Trumps Privatleben und dessen geschäftliche wie politische Aktivitäten.

Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen (Bild: AFP )
Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen

Cohen zeichnete Gespräch mit Trump heimlich auf
Der Anwalt hatte sich in der Vergangenheit stets als absolut loyal gegenüber Trump dargestellt und gesagt, er sei bereit, „sich für den Präsidenten eine Kugel einzufangen“. Vor einigen Wochen zeigte der 51-jährige Familienvater dann aber Distanz zum Präsidenten. In einem Interview sagte Cohen, seine „oberste Loyalität“ gelte seiner Familie und seinem Land. 
Zudem wurde ein Mitschnitt eines Gesprächs zwischen ihm und Trump öffentlich, den Cohen offenbar heimlich gemacht hatte. Der US-Präsident kritisierte das scharf.

Ex-Wahlkampfleiter Manafort drohen 80 Jahre Haft
Ebenfalls am Dienstag war der wegen Banken- und Steuerbetrugs angeklagte Ex-Wahlkampfleiter Trumps, Paul Manafort, schuldig gesprochen worden. Allerdings gelangte die zuständige Jury nur in acht der insgesamt 18 Anklagepunkte zu dieser Auffassung. In den anderen zehn Punkten konnte sie sich auch nach mehrtägiger Beratung nicht einigen. Die meisten Vorwürfe gegen Manafort fallen in eine Zeit vor dessen fünfmonatiger Tätigkeit für Trumps Wahlkampf. Die Höchststrafe beträgt 80 Jahre Gefängnis.

Paul Manafort (Bild: APA/AFP/Getty Images/Chip Somodevilla)
Paul Manafort

Trump äußerte Sympathie für Manafort, dieser sei ein „guter Mann“, der für den früheren Präsidenten Ronald Reagan und andere Menschen gearbeitet habe, sagte Trump am Dienstag vor Journalisten in West Virginia. Der Präsident betonte aber, dass der Fall nichts mit ihm oder möglichen geheimen Absprachen mit Russland zu tun habe. Es sei „sehr traurig“, was Manafort nun widerfahre. Er tue ihm leid, fügte Trump hinzu. Zu Cohan wollte er sich auf Nachfrage nicht äußern.

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