WAC dem Sieg näher

Harmlose Rapidler nach 0:0 gnadenlos ausgepfiffen

Echte Torchancen waren praktisch gar keine vorhanden, spielerisch kam wenig: Rapid wartet weiter auf den ersten Heimsieg der neuen Bundesliga-Saison. Nach dem 1:1 in der Vorwoche gegen Altach waren die Hütteldorfer am Sonntagnachmittag mit dem 0:0 gegen den WAC noch gut bedient. Die Gäste aus Kärnten waren dem Siegtreffer nämlich näher als die Hausherren. Für die Rapid-Spieler gab‘s im Allianz-Stadion nach Schlusspfiff ein gellendes Pfeifkonzert.

Damit findet sich Rapid schon in einer ersten Mini-Krise wieder, obwohl die Saison noch kaum begonnen hat. In der Bundesliga sind die Grün-Weißen zwar noch ungeschlagen, haben allerdings schon vier Punkte liegen gelassen. Und nach dem 1:2 im EL-Quali-Hinspiel bei Slovan Bratislava ist der Aufstieg auf internationaler Ebene auch alles andere als in Stein gemeißelt.

Matte Vorstellung
Die Wiener lieferten vor 14.800 Zuschauern eine über weite Strecken enttäuschende Vorstellung ab, für die es von den Fans im Stadion immer wieder, vor allem aber nach Schlusspfiff, Pfiffe gab. Am Ende war der Punktgewinn, der fünfte im dritten Ligaspiel, das einzig wirklich Positive. Die Kärntner halten bei vier Zählern, sie blieben nach dem Heim-1:0 gegen die Austria auch gegen den zweiten Wiener Topclub unbesiegt und gingen nur aufgrund der fehlenden Effizienz nicht als Sieger vom Feld.

„Wir müssen eine Reaktion zeigen, den Gegner unter Druck setzen, angreifen und die drei Punkte mitnehmen“, hatte Rapid-Trainer Goran Djuricin vor der Partie gefordert. Sein Personal veränderte er im Vergleich zur 1:2-Niederlage am Donnerstag in der Slowakei an vier Positionen, brachte Stephan Auer, Mert Müldür, Manuel Martic und Andrei Ivan anstelle von Boli Bolingoli, Mario Sonnleitner, Dejan Ljubicic und Thomas Murg von Beginn an.

Nach Wunsch verliefen vor der Pause auf dem völlig neu verlegten Rasen aber nur die ersten zehn Minuten. Da kam Veton Berisha nach schöner Aktion im Strafraum zum Abschluss, traf aber den Ball nicht richtig (7.). Sonst wartete man auf Rapid-Chancen vergebens. Die Hausherren wirkten nicht spritzig, leisteten sich viele Fehlpässe und das Spiel nach vorne funktionierte kaum. Zudem war die neu zusammengestellte Abwehr alles andere als sattelfest.

Selbstbewusste Kärntner
Die Kärntner strotzten vor Selbstvertrauen, waren bissiger und vor allem auch sehr mutig. Sie wollten sich mit dem Remis nicht begnügen. Der mangelnde Abschluss verhinderte aber die leistungsgerechte Führung. Michael Liendl schoss zweimal (10., 12.) drüber, bei einem Orgill-Kopfball (17.) fehlte nicht viel.

Sonst stand vor allem Marcel Ritzmaier im Mittelpunkt. Der Ex-Niederlande-Legionär setzte sich mehrmals gut in Szene, verabsäumte es aber einige Male, den letzten Pass zu spielen. In der 34. Minute kam er bei der besten Möglichkeit der Gäste in Hälfte eins selbst zum Abschluss, fand aber im glänzend reagierenden Rapid-Goalie Richard Strebinger seinen Meister.

Doppeltausch zur Pause
Zur Pause brachte Djuricin wohl im Hinblick auf Donnerstag Ljubicic für den am Knie leicht angeschlagenen Kapitän Stefan Schwab. Murg ersetzte Ivan. Am Spiel änderte sich aber nicht wirklich etwas. Rapid tat sich weiter enorm schwer im Spiel nach vorne, der WAC hatte die besseren Momente. Michael Novak traf den Ball aus bester Position im Strafraum nicht gut (54.), ein Orgill-Abschluss ging genauso daneben (67.) wie ein gut angetragener Schuss von Schmerböck (81.).

Da der WAC den Ball nicht im Rapid-Tor unterbrachte, sind die Wiener gegen die Kärntner nun schon sechs Spiele unbesiegt. Wohl ein schwacher Trost aufgrund des im Vorfeld geforderten Sieges. Das Selbstvertrauen dürfte damit vor dem wichtigen Heimspiel gegen Bratislava am Donnerstag, in dem es um den Einzug ins Europa-League-Play-off geht, nicht gewachsen sein. Der WAC nahm nach drei klaren Niederlagen bei Rapid wieder einmal einen Punkt mit.

SK Rapid Wien - WAC 0:0
Wien, Allianz Stadion, 14.800, SR Heiß.

Rapid: Strebinger - Auer, Müldür, Barac, Potzmann - Martic, Schwab (46. D. Ljubicic) - Ivan (46. Murg), Knasmüllner, Ve. Berisha - Alar (64. Guillemenot)

WAC: Kofler - Novak, Sollbauer, Gollner, Schmitz - Sprangler, M. Leitgeb - Ritzmaier (73. Schmerböck), Liendl, Wernitznig (80. Kigbu) - Orgill (93. Gschweidl)

Gelbe Karten: Martic bzw. Novak, Gollner, Kigbu

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