Mo, 15. Oktober 2018

Start in Florida

12.08.2018 14:20

Sonde „Parker Solar Probe“ auf dem Weg zur Sonne

Mit einen Tag Verspätung hat die US-Raumfahrtbehörde NASA am Sonntag erstmals eine Sonde gestartet, die in die Sonnenatmosphäre - die sogenannte Korona - hineinfliegen soll. Die „Parker Solar Probe“ hob an Bord einer „Delta IV Heavy“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Der ursprünglich für Samstag geplante Start war nach NASA-Angaben gestoppt worden, nachdem während der letzten Minuten des Countdowns eine Unregelmäßigkeit beobachtet worden war.

Mithilfe der Schwerkraft der Venus soll die Sonde Richtung Sonne fliegen und ihr im November erstmals nahe kommen. Gut geschützt von einem fast zwölf Zentimeter dicken Karbonpanzer soll die „Parker Solar Probe“ mehr Hitze und Strahlung aushalten, als je ein Raumflugkörper zuvor, heißt es. Bis auf rund 6,2 Millionen Kilometer soll sich die Sonde unserem Zentralgestirn nähern, es auf elliptischen Bahnen umrunden, seine Atmosphäre untersuchen und dabei mehr als 1370 Grad Celsius aushalten. In Sonnennähe erreicht sie voraussichtlich eine Geschwindigkeit von rund 200 Kilometer pro Sekunde.

Mission soll Fragen der Forscher beantworten
Die NASA-Forscher versprechen sich von der bis 2025 angesetzten Mission Erkenntnisse über die Funktionsweise von Sternen. Die gesammelten Daten könnten auch künftige Wettervorhersagen genauer machen. „Die “Parker Solar Probe„ wird Fragen über Solarphysik beantworten, die uns seit mehr als sechs Jahrzehnten umtreiben“, sagte NASA-Wissenschaftlerin Nicola Fox. „Es ist ein Raumschiff, vollgeladen mit technologischen Neuerungen, die viele der größten Mysterien um unseren Stern herum lüften werden - zum Beispiel, warum der Strahlenkranz um die Sonne herum heißer ist als ihre Oberfläche.“

Nach bekanntem US-Astrophysiker benannt
Mit der „Parker Solar Probe“ benannte die NASA erstmals eine Sonde nach einem lebenden Wissenschaftler, dem Astrophysiker Eugene Parker (91), einem emeritierten Professor der University of Chicago. Er fühle sich sehr geehrt, sagte Parker. „Die Sonde fliegt in eine Gegend des Weltalls, die wir noch nie erkundet haben. Es ist sehr aufregend, dass wir da endlich hinschauen können. Ich hätte gerne detailliertere Messungen der Sonnenwinde. Ich bin mir sicher, es wird einige Überraschungen geben. Gibt es immer.“

Seit Jahrzehnten schon plant die NASA eine solche Sonnen-Expedition, nun wird sie Wirklichkeit - und das gleich im Doppelpack. Rund zwei Jahre nach der „Parker Solar Probe“ soll der nächste Raumflugkörper, der „Solar Orbiter“ der europäischen Raumfahrtagentur ESA, zur Sonne starten.

Die Missionen wurden unabhängig voneinander entwickelt, sollen aber kooperieren. „Es gibt da einfach Fragen, die uns seit langer Zeit beschäftigen“, sagte NASA-Forscher Adam Szabo. „Wir wollen herausfinden, was nahe der Sonne passiert, und die offensichtliche Lösung dafür ist, einfach hinzufliegen. Wir können es gar nicht mehr abwarten.“

Nicht die erste Sonde, die die Sonne untersucht
Die „Parker Solar Probe“ kommt zwar näher an die Sonne heran, als alle anderen zuvor. Sie ist aber nicht die erste, die unser Zentralgestirn aus der Nähe untersucht. Bereits in den 1970er-Jahren starteten die deutsch-amerikanischen Sonden „Helios 1“ (Bild oben) und „Helios 2“, die jedoch mit rund 45 Millionen Kilometern einen gebührenden Abstand zum Hitzeball hielten. Zum Vergleich: Die Erde ist im Schnitt etwa 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, der Merkur - der sonnennächste Planet - rund 58 Millionen Kilometer.

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