Do, 18. Oktober 2018

Mehr als 800 Mrd. Euro

04.08.2018 07:52

Berg von faulen Krediten gefährdet Europas Banken

Einer Schätzung der Europäischen Bankenaufsicht zufolge sitzen Europas Banken zehn Jahre nach der Finanzkrise immer noch auf einem gigantischen Berg fauler Kredite. Demnach soll die Summe der Problem-Kredite in den Bilanzen der Geldinstitute 813 Milliarden Euro betragen.

Das berichtet die „Bild“ unter Berufung auf eine Antwort des deutschen Bundesfinanzministeriums auf eine Frage der FDP-Fraktion im Bundestag. Der Umfang dieser Kredite sei „im historischen Vergleich hoch“, schreiben die Beamten demnach. Es drohten Schwierigkeiten für einzelne Banken und eine „Ansteckungsgefahr“ für das europäische Banken-System. Genau wie vor zehn Jahren sei ein Großteil der faulen Kredite „im Immobilienbereich zu verorten“, berichtete das Blatt weiter.

Und diese lägen vor allem in den Bilanzen südeuropäischer Banken: in Griechenland, Zypern, Italien und Portugal. Bei griechischen Instituten seien 44,9 Prozent der Kredite „notleidend“, in Zypern 38,9 Prozent. In Italien liegen 186,7 Milliarden Euro an faulen Krediten, die Hälfte davon sei nicht durch Kapital abgesichert.

„Banken haben Hausaufgaben nicht gemacht“
In den Bilanzen deutscher Banken gelten demnach 49,6 Milliarden Euro an Krediten als „faul“, das sind 1,9 Prozent. „Banken und Regierungen in den Krisenländern haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, sagte FDP-Finanzexperte Frank Schäffler dem Blatt. „Wenn mehr als die Hälfte der faulen Kredite in Südeuropa nicht abgesichert sind, dann ist klar, dass eine Vergemeinschaftung der Risiken unbedingt verhindert werden muss“, ergänzte Schäffler.

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