Klarer Abwärtstrend

Grazer Roten droht jetzt der Supergau – FP auf Überholspur

Steiermark
08.12.2009 11:18
Dass es der SPÖ-Graz seit ihrer Jahrhundertschlappe bei der Gemeinderatswahl im Jänner 2008 auch unter ihrem neuen Chef Wolfgang Riedler (Bild) noch immer nicht gelungen ist, an Profil zu gewinnen, ist kein Geheimnis. Dass es um die Sozialen, wie sich die SPÖ jetzt nennt, laut einer aktuellen Umfrage dermaßen schlecht bestellt ist, verwundert doch.

Durchgeführt wurde die Umfrage vom ifat-Institut. Die Schwankungsbreite liegt bei drei Prozent. Auftraggeber war die ÖVP – das Ergebnis der Umfrage ist also mit Vorsicht zu genießen.

Dennoch lässt sich der klare Abwärtstrend der SPÖ nicht leugnen. Zudem hat die ÖVP keinen Grund, die SPÖ und Riedler völlig unter Wert zu "verkaufen" – die ÖVP-Anhänger könnten selbstgefällig und damit träge werden (auch im Hinblick auf die Landtagswahl!), die SPÖ-Anhänger könnten sich in einen "Jetzt-erst-recht"-Rausch steigern und trotzig alle Kräfte mobilisieren.

KPÖ profitiert
Riedler leugnet den Abwärtstrend dennoch: "Diese Umfrage ist unseriös. Wir haben eigene Umfragen, die ganz anders aussehen!" – Wie anders, will der SPÖ-Chef allerdings auf Nachfrage der "Krone" nicht beantworten. Von der Schwäche der SPÖ profitiert in der Hauptsache die KPÖ: Elke Kahr hat sogar die Grünen unter Lisa Rücker überholt. Allerdings sollte Kahr sich nicht zu früh freuen, die KPÖ war immer schon Umfragekaiser – die Kreuzerln in den Wahlzellen blieben dann aber oft aus.

Neben Riedler sind auch die Grünen auf die Verliererstraße abgebogen: Gab's bei der Wahl 2008 noch 15 Prozent und bei der letzten Umfrage im Mai 2009 (ebenfalls Ifat) 16 Prozent, rasseln die Grünen nun auf 12,7 Prozent hinunter. Hauptgrund für die grüne Talfahrt sind die immer wiederkehrenden Streitereien innerhalb der Partei. Sie profitiert aber nach wie vor in der Hauptsache von Chefin Rücker.

ÖVP unangefochten in Front
Vieles richtig scheint indes der Grazer FPÖ-Chef Mario Eustacchio zu machen: Im Vergleich zur Gemeinderatswahl legte man ordentlich zu. Eustacchio: "Wir haben im vergangenen Jahr deeskaliert und machen sachliche Politik. Das wird belohnt!" Unangefochten in Front liegt die ÖVP unter Bürgermeister Siegfried Nagl – bei der Sonntagsfrage, also "Welche Partei würden sie wählen?", wie auch bei der Attraktivität der Parteichefs (zum Vergleich: Nagl: 67,8 Prozent, Rücker: 12,1, Eustacchio: 7, Riedler: 2. 

Auch die schwarz-grüne Koalition hat weiterhin hohe Akzeptanz – über 60 Prozent sind mit ihr zufrieden oder sehr zufrieden.

"Graz Inoffiziell" von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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