Di, 16. Oktober 2018

Eiszeit-Überlebende

31.07.2018 11:08

Fadenwürmer nach 42.000 Jahren zum Leben erwacht

In Permafrostboden-Proben haben Biologen gefrorene Fadenwürmer (sogenannte Nematoden) entdeckt, die nach dem Auftauen der Sedimente wieder zum Leben erwachten. Die Würmer sind laut Angaben der Forscher bis zu 42.000 Jahre alt und damit vermutlich die ältesten lebenden Organismen auf der Erde.

Die Überlebenden aus der Eiszeit, die in zwei von 300 gefrorenen Bodenproben aus Sibirien gefunden wurden, hätten in einem Labor in Moskau, wo die Proben über mehrere Wochen langsam aufgetaut wurden, bei 20 Grad Celsius begonnen sich zu bewegen und zu fressen, berichtet ein russisches Biologen-Team um A.V. Shatilovich von der Russischen Akademie für Wissenschaften im Fachjournal „Doklady Biological Sciences“.

Damit sind die rund einen halben Millimeter langen Nematoden Rekordhalter was Kryobiose (darunter versteht man einen Zustand von Organismen, bei dem die Stoffwechselvorgänge extrem reduziert sind, Anm.) im Bereich der höheren Lebewesen. Die Forscher vermuten, dass die Würmer einen speziellen Anpassungsmechanismus haben, der ihnen das Überleben in gefrorenem Zustand ermöglicht.

Tiere höchst interessant für Kryobiologie
„Es ist offensichtlich, dass diese Fähigkeit darauf hindeutet, dass die Nematoden einige adaptive Mechanismen haben, die von wissenschaftlicher und praktischer Bedeutung für die verwandten Gebiete der Wissenschaft sein können, wie Kryotherapie (Kältetherapie, Anm.), Kryo- und Astrobiologie“, werden die Forscher in der „Siberian Times“ zitiert. Die erstaunliche Fähigkeit der Würmer sei höchst interessant für das Forschungsgebiet der Kryokonservierung - darunter versteht man das Aufbewahren von Zellen oder Gewebe durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff - , so die Wissenschaftler.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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