So, 23. September 2018

„Hier in Pristina“

26.07.2018 11:45

Rumäniens Regierungschefin: Blamage in Montenegro

Die rumänische Regierungschefin Vasilica Viorica Dancila hat sich bei einem Besuch in Montenegro bis auf die Knochen blamiert. Bei einer Pressekonferenz mit ihrem Amtskollegen Dusko Markovic freute sich die Politikerin (54) der Postsozialisten am Mittwoch in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica, „hier in Pristina“ zu sein. Pristina ist jedoch bekanntlich die Hauptstadt des Nachbarlandes Kosovo ...

Rumänien hat die Unabhängigkeit des Kosovo, einer ehemaligen serbischen Provinz, bis heute nicht anerkannt. Die offizielle Dolmetscherin bemühte sich, den Fauxpas des rumänischen Gastes einigermaßen zu vertuschen, indem sie „Podgorica“ statt „Pristina“ übersetzte.

„Schwerer diplomatischer Fauxpas“
Die rumänische Presse verriss am Donnerstag Dancilas peinlichen Ausrutscher, und selbst die ansonsten kaum selbstkritische Regierungspartei PSD sah sich genötigt, über ihren Sprecher Adrian Dobre einzuräumen, dass der Ministerpräsidentin ein „schwerer diplomatischer Fauxpas“ unterlaufen sei. Die Regierung in Bukarest löschte das Video von Dancilas Pressekonferenz in Podgorica wenige Stunden später.

Dancila ist Expertin für Tritte ins Fettnäpfchen
Die im eigenen Land zum einen als unbedarft, zum anderen als Marionette ihres vorbestraften Parteichefs Liviu Dragnea geltende Politikerin tritt indes längst nicht zum ersten Mal ins diplomatische Fettnäpfchen: Im vergangenen Monat vergaß sie anlässlich eines Besuchs des estnischen Ministerpräsidenten Jüri Ratas vor laufenden Kameras dessen Namen, im Mai hatte sie ihren kroatischen Amtskollegen Andrej Plenkovic vor den Kopf gestoßen, indem sie die Nationalhymne ihres Gastes nicht abwarten wollte. 2017 hatte Dancila als damalige Europaabgeordnete im Gespräch mit einer Reporterin den Iran und Pakistan als „EU-Staaten“ bezeichnet.

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