Mo, 12. November 2018

„Kirche der Zukunft“

24.06.2018 12:25

Diözese Graz-Seckau feiert 800-Jahr-Jubiläum

Die Diözese Graz-Seckau feiert dieses Wochenende ihr 800-Jahre-Jubiläumsfest: Auf acht Bühnen am Hauptplatz sowie auf anderen Plätzen brachten Kirchenangehörige am Samstag christliche Themen unter das Volk. Die Herrengasse wurde zur „Kirchenmeile“ und am Abend verkündete Bischof Wilhelm Krautwaschl die „Botschaft für eine Kirche der Zukunft“. Am Sonntag findet als Höhepunkt noch ein Festgottesdienst statt.

Krautwaschl sprach von einer Zeit, „in der sich so vieles im Wandel befindet“, aber in der man feiern, gedenken und bekennen wolle: „Als Christinnen und Christen glauben wir an den einen Gott. Wir besitzen ihn nicht, wir suchen ihn. Und diese Suche teilen wir mit vielen Menschen. Gott ist uns in Jesus als Mensch entgegengekommen und teilt jetzt und heute sein Leben mit uns. Er ist aber auch dort, wo wir ihn bisher nicht vermutet haben - und dieser Provokation des Evangeliums wollen wir uns in Zukunft vermehrt stellen.“

„Dramatischer Glaubensumbruch“
Man erlebe derzeit einen „dramatischen Glaubensumbruch“: „Viele sind von der Kirche enttäuscht. Wir wollen mutiger sein, fröhlicher in der Freude des Evangeliums. Wir sehen unsere Botschaft als Gabe für die Gesellschaft: Glaube, Liebe und Hoffnung unterliegen keiner Halbwertszeit“, so der Bischof weiter. „Wir leben in einer Welt, in der vermehrt wieder Grenzen gezogen werden. Als katholische und damit allumfassende Kirche tragen wir jedoch über Grenzen hinweg Verantwortung. Wir wollen alles tun, damit möglichst viele Menschen Frieden und Heimat finden. Dafür schließen wir Allianzen mit allen, die sich für Freiheit und Würde des Menschen einsetzen.“ Die Zukunft, die wir säen, würden die ernten, die nach uns leben.

Bemühen „um gegenseitige Offenheit und Wertschätzung“
Da am Samstag auch die Parade der schwul-lesbischen Community anlässlich des Christopher Street Day durch die Innenstadt zog und damit auch auf die Gäste des Diözesanjubiläums traf, ließ Krautwaschl ausrichten: „Wir alle wissen, die katholische Kirche tut sich nicht immer leicht mit Liebesformen, die nicht dem traditionellen Bild von Mann und Frau entsprechen.“ Man habe sich miteinander oft nicht leichtgetan. „Aber viele bemühen sich um gegenseitige Offenheit und Wertschätzung, und man ist einander nicht egal.“ Man feiere nicht nur zeitgleich, sondern auch „ein kleines Stück weit miteinander“.

10.000 Gläubige erwartet
In den vergangenen acht Wochen wurden auf acht „Jubiläumsbühnen“ in steirischen Städten rund 40.000 Menschen an Diskussionen und Gesprächen beteiligt. Am Sonntag steht der Höhepunkt des Festreigens mit einer Festmesse im Grazer Stadtpark an, zu der rund 10.000 Gläubige erwartet wurden. Als Gäste haben sich unter anderem Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof Franz Lackner und die Erzbischöfe aus Banja Luka und Maribor angekündigt. Am Ende des Festgottesdienstes wird ein Chor, bestehend aus einzelnen Chören aus den acht Regionen, zusammen mit dem Jugendblasorchester Wies ein Konzert geben.

Das Bühnenprogramm auf dem Grazer Tummelplatz bot schon in den vergangenen Tagen u.a. Gespräche mit Landtagspräsidentin Bettina Vollath (SPÖ), Bischofsvikar Heinrich Schnuderl und den früheren Caritas-Präsident Franz Küberl . Am Mittwoch saßen Bischof Krautwaschl, der scheidende Superintendent der evangelischen Kirche Steiermark, Hermann Miklas, und Altbürgermeister Alfred Stingl (SPÖ) an einem „Ich-höre-zu-Tisch“ zusammen.

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