Fr, 17. August 2018

Kommt Mietobergrenze?

07.06.2018 15:18

Wo man noch günstige Wohnungen findet

Umfragen von Immobilien-Plattformen haben nicht nur Fans: Das Bild vom sündhaft teuren Wien entspreche nicht der Wahrheit, beklagen Immobilien-Besitzer und -vermittler. Wiener, die verzweifelt eine Bleibe suchen, kennen wiederum das Problem: jede zweite Wohnung kostet mehr als 1000 Euro.

Geht es nach einer Umfrage von ImmobilienScout 24, müssen die Wiener schon einmal länger suchen, bis sie eine günstige Wohnung finden. Das will die Plattform durch Recherchen herausgefunden haben. Nur ein Prozent aller neuen Wohnungen in Wien soll auf dem privaten Sektor weniger als 400 Euro kosten. Bei den gebrauchten sind es zwei Prozent. Das größte Angebot gäbe es hier bei Quartieren, die in den Bereich 1000 Euro und mehr fallen. 55 Prozent aller neuen Wohnungen kosten in unserer Stadt nach dieser Zählung mehr als 1000 Euro, bei den gebrauchten Wohnungen sind es 57 Prozent.

Wo gibt es nun billige Wohnungen?
Vor allem außerhalb Wiens. In Kärnten und im Burgenland berappt man bei etwa fünf von zehn der neuen Mietwohnungen weniger als 600 Euro pro Monat, in der Steiermark bei etwa vier von zehn Wohnungen. Ähnlich wie ihr Vorgänger Rudi Kaske hat sich auch die neue Präsidentin der Arbeiterkammer, Renate Anderl, dem Thema Wohnen verschrieben: „Wohnen ist zu wichtig, als dass es stiefmütterlich behandelt wird. Die hohen Mieten sind für viele Menschen eine Belastung. Wir brauchen rasch klare Mietobergrenzen, damit Wohnen endlich billiger wird.“

Auch die neue Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) ließ bei ihrer Vorstellungsrunde im Rathaus anklingen, dass ihr das Thema günstiges Wohnen am Herzen liegt. Ihre Herausforderungen sind klar definiert: Aufgrund des starken Zuzugs ist nach wie vor keine Entspannung am Wohnungsmarkt in Sicht, in der Stadt werden dringend neue Wohnungen benötigt. Alle warten gespannt auf ihre Pläne.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

 krone.at
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