Mo, 18. Juni 2018

Attersee-Tragödie

03.06.2018 21:05

Taucher musste Todesdrama um Freundin mit ansehen

Er konnte nur zusehen, aber nichts verhindern. Ein Pole (38) wurde am Samstag zum hilflosen Augenzeugen, als seine Lebensgefährtin (36) im Attersee in 80 Metern Tiefe plötzlich einen Notaufstieg machte. Das war ihr Todesurteil! Als die Taucherin an der Wasseroberfläche ankam, war sie bereits ohne Bewusstsein.

Der tödliche Sportunfall passierte beim Tauchplatz Ofen - das ist unweit der seit Langem berühmt-berüchtigten „Schwarzen Brücke“, wo es schon viele Tote gab. Die 36-jährige Polin war mit ihrem Lebensgefährten (38), einem Tauch-Instruktor und einem weiteren Landsmann zum Attersee gereist. Am Samstagnachmittag tauchte die Warschauerin mit ihrem Gefährten auf 90 Meter Tiefe ab. Beim Rückaufstieg geriet die Taucherin aber offenbar in Panik. In 80 Metern Tiefe signalisierte sie ihrem Partner Probleme und machte einen Notaufstieg.

Der Mann konnte nur hilflos zusehen, denn ein derartiger Notaufstieg ist ein sicheres Todesurteil. Blasen im Blut verursachen im Gehirn Embolien, gleichzeitig kann es die Lunge zerreißen.

Freundin bewusstlos
Der Pole stieg mit verkürzten Dekompressionszeiten auf. Als er oben ankam, trieb seine Lebensgefährtin bewusstlos im See. Er zog die Frau zu den beiden anderen Polen, die etwa 300 Meter entfernt am Ufer standen. Zusammen versuchten die Männer, die 36-Jährige noch zu reanimieren, und alarmierten die Rettung. Doch die Taucherin hatte keine Überlebenschance. Sie wird obduziert, laut Polizei sei aber kein Fremdverschulden anzunehmen.

Russe verunglückt
Am 20. April war am Tauchplatz Ofen, wie berichtet, ein russischer Tourist allein abgetaucht. Der 41-Jährige ertrank, konnte jedoch erst am 6. Mai aus dem See geborgen werden. Die Einstiegsstelle „Ofen“ in Steinbach gilt bei Tauchern als sehr beliebt, weil man dort schnell in die Tiefe gelangt. Bei der benachbarten „Schwarzen Brücke“ stehen zwar Kreuze und Warntafeln, doch diese haben auf manche der Taucher offenbar zu wenig abschreckende Wirkung.

Christoph Gantner
Christoph Gantner

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