Fr, 19. Oktober 2018

Nordumfahrung

27.05.2018 05:30

Asfinag wehrt sich: „Keine Geisterbaustelle“

Die Klagenfurter Nordumfahrung ist das Sorgenkind der Autolenker. Seit Jahren ist sie kaum jemals behinderungsfrei zu befahren. Die seit Herbst 2017 laufende Baustelle nervt schon aufgrund der auffallend geringen Präsenz von Arbeitern. Doch die Asfinag wehrt sich gegen den Vorwurf, es sei eine „Geisterbaustelle“.

Der Status: keine Arbeiter weit und breit, keine Maschinen, keine Bewegung, keinerlei sichtbarer Baufortschritt. Autolenker fühlen sich gepflanzt: „Wir sind ja Kunden der Asfinag, kaufen die Vignette und die arbeiten wie Weinbergschnecken.“

Bei der derart kritisierten Autobahngesellschaft Asfinag wehrt man sich: „Also Bauarbeiter sind nach wie vor im Einsatz. Auf zehn Kilometer Länge in Summe verteilt sich das aber natürlich und die sind auch meist im Tunnel.“

Es seien noch eine ganze Reihe von Arbeiten zu erledigen, so ein Experte der Asfinag, der aufgrund interner Regelungen namenlos bleiben muss: „Etwa die Beschichtungen bei Ehrentalerbergtunnel und Lendorfer Unterflurtrasse, aber auch Teile der Fahrbahn im Ehrentalerberg.“

Asfinag-Elektriker sind parallel dazu mit Wartungsarbeiten beschäftigt und von Elektrofirmen sind zusätzlich bis zu 15 Leute in den Tunnel. „Sie machen die Feineinstellungen aller neuen Anlagen, wie etwa die riesigen Türen bei den Fluchtwegen.“ Wer glaubt, dann wäre das Schlimmste überstanden, der irrt. Im Zuge umfangreicher Tests müssen bei allen Fluchtwegen Brände simuliert werden, damit garantiert werden kann, dass im Brandfall kein Rauch in Fluchtwege kommen kann.

Weil wir in Österreich leben, kommt zum Schluss der amtliche Teil. Der Asfinag-Sachbearbeiter: „Dann wird alles behördlich überprüft, auch vor Ort, inklusive einer mündlichen Verhandlung Ende Juni. Nur wenn alles passt, gibt’s den Bescheid nach dem Straßentunnelsicherheitsgesetz.“

Das heißt im Klartext und nach Interpretation der Asfinag: Es ist doch eine Geisterbaustelle - aber voll guter Geister, die im Tunneldunkeln spuken.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger

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