So, 21. Oktober 2018

„Für mehr Sicherheit“

08.05.2018 14:46

Prag verbannt Fahrräder aus Stadtzentrum

Während in Wien und anderen europäischen Städten die Radwege immer weiter ausgebaut werden, macht Tschechiens Hauptstadt genau das Gegenteil - und verbannt die Radfahrer sogar aus gewissen Zonen der Stadt. Bei Radaktivisten sorgt die Entscheidung der Verwaltung für Kopfschütteln.

Von den Vorstädten von Prag bis ins Zentrum pendeln täglich viele Menschen zur Arbeit. Künftig soll die Strecke allerdings an der Grenze zur Altstadt enden: Ab dort herrscht dann striktes Fahrverbot für Radfahrer.

„Sollen in der Natur fahren“
Veronika Blazkova, Sprecherin des Prager Altstadtbezirks, begründet diese Entscheidung gegenüber der deutschen „Tagesschau“ folgendermaßen: „Fahrräder sollten vor allem am Rande der Stadt fahren, in der Natur. Das Zentrum Prags ist aus historischer Sicht nicht für Fahrräder geeignet. Wir haben keine breiten Straßen, wo alle Formen des Verkehrs parallel funktionieren - Straßenbahnen, Busse, Autos, Fußgänger und Radfahrer. Deshalb haben wir beschlossen, dass wir die Sicherheit der Fußgänger im Zentrum garantieren werden.“

Konkret betroffen sind die Fußgängerzonen, die in Prag allerdings einen Großteil der Altstadt ausmachen. Hier gilt das Verbot von 10 bis 17 Uhr. Davor und danach könne man laut Blazkova mit seinen Drahteseln fahren, wo man wolle.

Verbot ist kontraproduktiv“
Radaktivisten, Verkehrspolitiker sowie die radelnde Bevölkerung halten das Verbot allerdings für kontraproduktiv: „Die großen Radrouten führen oft über die großen, breiten Plätze im Zentrum, weil es entlang der Straßen keine sicheren Radwege gibt, anders als in den meisten europäischen Städten. Die Fahrt durch die Fußgängerzonen ist natürlich eine Notlösung, die aber bis jetzt sehr gut funktionierte“, meinte etwa der Prager Fahrradaktivist Vratislav Filler.

Laut der tschechischen Initiative Automat sei es in den vergangenen zehn Jahren in dem Verbots-Bereich nur zu drei Kollisionen zwischen Radfahrern und Fußgängern gekommen. Die Vereinigung hat bereits angekündigt, gegen das Verbot zu klagen.

 krone.at
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