Mi, 17. Oktober 2018

Wegen warmem Wetter

08.05.2018 13:38

Maikäfersaison hat heuer sehr früh begonnen

Die Maikäfersaison hat heuer wegen der sommerlichen Frühlingstemperaturen sehr früh begonnen. „Die Tiere sind in großen Mengen unterwegs“, weiß Katharina Wechselberger von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Ob es 2018 außergewöhnlich viele sind, könne man aber derzeit nicht abschätzen, denn die Zählungen starteten erst kürzlich.

In einzelnen Gebieten Österreichs ist laut AGES auch in diesem Jahr wieder mit Massenflügen von Maikäfern zu rechnen. Dazu zählen Abschnitte des Inntals in Tirol, Gebiete an der Donau in Ober- und Niederösterreich, an der Salzach in Salzburg sowie der westlichste Teil Oberösterreichs. Vor allem während der Abendstunden könnten dort an Waldrändern und bei markanten Einzelbäumen auffällige Schwärme beobachtet werden. Hier handle es sich um eine Art „Hochzeitsmarkt“ für Maikäfer, wo sie tafeln (einen „Reifefraß“ durchführen) und sich anschließend verpaaren.

Temperatur beeinflusst Schlüpf-Zeitpunkt
Die befruchteten Weibchen fliegen anschließend zu jener Stelle zurück, wo sie als Larven - sogenannte Engerlinge - ihre Jugend verbracht haben. Abhängig von der durchschnittlichen Temperatur benötigen die Tiere drei bis vier Jahre, um sich vom Ei zum fertigen Käfer zu entwickeln. In diesem Rhythmus gibt es zyklische Schwankungen im Auftreten der Maikäfer. Die jeweiligen Frühlingstemperaturen beeinflussen wiederum jedes Jahr aufs Neue, ob die Käfer schon im April oder erst später im Mai schlüpfen. „Heuer hat der Flug wegen der hohen Temperaturen früh begonnen“, so Wechselberger.

Käfer doch nicht im Verschwinden bedroht
Während vor einigen Jahren angenommen wurde, dass die Maikäfer im Schwinden sind, was sich etwa in Reinhard Meys Lied „Es gibt keine Maikäfer mehr“ niederschlug, sprach man kürzlich sogar von einem vermehrten Auftreten. Hier verwechsle man aber jährliche Schwankungen mit länger anhalten Trends, meinte die Expertin: „Klimabedingt kann es zu einer Verlängerung der Entwicklungszeit der Maikäferlarven kommen. Dies führt, wie bereits in der Schweiz beobachtet werden konnte, zu einer Veränderung des jeweiligen Fluggebietes.“

„In Österreich sind die Maikäferfluggebiete allerdings seit 1950 relativ stabil“, erklärte Wechselberger. Neben den drei- bis vierjährigen Zyklen gebe es auch langjährige Bestandsschwankungen, deren Ursachen noch nicht vollständig geklärt seien. „Vermutungen legen nahe, dass die Zu- oder Abnahme natürlich vorkommender Insektenkrankheiten für diese Schwankungen verantwortlich ist“, sagte sie.

 krone.at
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