Angriff in Kabul

Taliban stürmen Gästehaus - sechs UNO-Mitarbeiter tot

Ausland
28.10.2009 11:50
Beim Angriff auf ein Gästehaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind in der Nacht auf Mittwoch zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs UNO-Mitarbeiter. Wenig später traf eine Rakete den Präsidentenpalast, eine andere schlug in einem von vielen Ausländern genutzten Hotel in der afghanischen Hauptstadt ein. Dabei gab es keine Todesopfer. Ein Taliban-Sprecher bekannte sich im Namen der Aufständischen zu den Anschlägen.

Mindestens drei Kämpfer mit Sprengstoffwesten, Granaten und Maschinengewehren führten den Angriff auf das Gästehaus aus. Nach Angaben eines Sicherheitsmanns trugen die Männer Polizeiuniformen. Unter den Toten ist ein US-Amerikaner, ein Verletzter stammt afghanischen Angaben zufolge aus Deutschland. Ein Polizeisprecher erklärte, unter den Getöteten seien drei Angreifer.

"Das war ein sehr schwerwiegender Vorfall. Solch einen Vorfall hatten wir bisher nicht", sagte UNO-Sprecher Adrian Edwards. Man werde nun bewerten, "was das für unsere Arbeit in Afghanistan bedeutet". Nach einem Bombenanschlag auf das UNO-Hauptquartier in Bagdad im August 2003, bei dem 22 Menschen getötet wurden, hatten sich die Vereinten Nationen für mehrere Jahre aus dem Irak zurückgezogen.

EU "schockiert und bestürzt"
Der afghanische Präsident Hamid Karzai verurteilte den Anschlag als unmenschlich und ordnete eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen für ausländische Institutionen an. Auch die Europäische Union verurteilt den Terroranschlag. In einer Erklärung der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft hieß es aus Stockholm, die Union sei "schockiert und bestürzt über diesen abscheulichen Terrorakt".

Kurz nach dem Angriff auf das UNO-Gästehaus schlugen Raketen im Präsidentenpalast und in einem Hotel ein. Dabei gab es jedoch keine Opfer.

Taliban: "Da war unser erster Angriff"
Ein Taliban-Sprecher erklärte, man habe alle gewarnt, die an der Durchführung der Stichwahl zwischen Amtsinhaber Hamid Karzai und dem Exaußenminister Abdullah Abdullah am 7. November mitarbeiten. "Das war unser erster Angriff", sagte er.

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