Di, 23. Oktober 2018

Alarmierende Studie

26.03.2018 08:43

Millionen von Schweinen landen pro Jahr im Müll!

Eine Studie der Tierärztlichen Hochschule in Hannover zeigt nun in Zahlen eine Schattenseite der Massentierhaltung, die Tierschützer schon seit Jahren anprangern. So landen jedes Jahr 13 Millionen Schweine in der Tierkörperbeseitigung, weil sie in den Betrieben verenden oder notgetötet werden müssen. Das sei etwa ein Fünftel aller in Deutschland gehaltenen Schweine, berichtet der Deutsche Tierschutzbund. Doch auch ein erheblicher Anteil jener Tiere, die zum Schlachthof gebracht werden, ist nicht gesund.

Die Tierschützer berufen sich hier auf Daten eines großen Fleischkonzerns für das dritte Quartal 2017. Laut diesen Zahlen zeigten 40 Prozent der angelieferten Schweine bei der Fleischbeschau sogenannte Organbefunde - das bedeutet, sie waren erkrankt oder verletzt. Diese Tiere müssen notgetötet werden und landen anschließend in der Tierkörperverwertung. 

Die Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover zeigt außerdem, dass etwa 300.000 jener 13 Millionen Schweine, die jedes Jahr verenden oder notgetötet werden müssen, vor ihrem Tod erheblichen Schmerzen ausgesetzt waren. Symptome bei diesen sogenannten Falltieren seien etwa offene Wunden, Druckgeschwüre und hochgradige Abmagerungen, heißt es in der Studie: „Der Umgang mit kranken und verletzten Tieren im landwirtschaftlichen Betrieb sollte aus Tierschutzsicht in vielen Fällen deutlich verbessert werden.“ 

60 Prozent der Schweine falsch notgeschlachtet
Auch bei den Nottötungen im Betrieb gebe es gravierende Missstände. Über 60 Prozent der Schweine, die in der Tierkörperbeseitigung landen, seien fehlerhaft notgetötet werden, was meist mit erheblichen Schmerzen und Tierleid einhergeht, so die Wissenschaftler der Hochschule. Umso wichtiger wären aus Sicht der Tierschützer verpflichtende Schulungen für Landwirte, damit der Zeitpunkt richtig gewählt und die Nottötung korrekt ausgeführt wird.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert zudem eine Kennzeichnungspflicht für die „entsorgten“ Schweine sowie die Entwicklung eines Systems zur Erfassung tierschutzrelevanter Symptome in den Tierkörperbeseitigungsanstalten. „Nur so kann man den Tierhalter rückverfolgen und gegebenenfalls zur Verantwortung ziehen“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, in einer Aussendung.

 krone.at
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