24. April 2007, kurz nach drei Uhr in der Früh: Angela klagte über Übelkeit. "Ihre Hände waren ganz kalt", erinnert sich ihr Mann. "Ab ins Spital mit dir", sagte er und fuhr sie ins LKH Oberwart. Da konnte Angela noch problemlos sprechen und gehen. Stunden später sagte ein Arzt: "Ihre Frau, die ist jetzt ein Pflegefall."
Ehemann: "Junge Ärztin völlig überfordert"
Seit diesem Tag liegt Angela im Wachkoma - zuhause liebevoll umsorgt von ihrem Mann: "Sie war so eine Lustige. Wenn sie gesungen hat im Garten, sind die Leut' stehen geblieben. Jetzt ist sie eine lebende Tote." Was im Spital geschah, schildert Derkovits so: "Die junge Ärztin, die uns empfing, war völlig überfordert. Meine Frau klagte mittlerweile über Atemprobleme, als nach 15 Minuten die Sauerstoffflasche gebracht wurde, war sie leer."
Der Wiener Anwalt Alfred Boran steht Ernst Derkovits seit damals bei. All seine Bemühungen, auf außergerichtlichem Wege Schadenersatz und die monatlichen Pflegekosten von 4.000 Euro zu erwirken, wurden von der Burgenländischen Krankenanstalten GesmbH abgelehnt.
Richter unterbricht Verhandlung
Jetzt wurde in Eisenstadt deswegen verhandelt. Der Richter vertagte allerdings, weil er sämtliche Ärzte hören will. Und, so seltsam das auch klingt, um durch einen Neurologen zu überprüfen, ob Ernst Derkovits gesund ist. "Das Verfahren an sich ist eine weitere Strafe für meinen Mandanten, ich hätte mir gewünscht, dass seitens der Burgenländischen Krankenanstalten mehr Menschlichkeit signalisiert worden wäre", wettert Boran.
von Susi Hauenstein, Kronen Zeitung










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