Debatte um Strafen

Schüler-Replik: "Wer strafen will, soll Polizist werden"

Österreich
20.10.2009 15:57
In der Debatte um mehr Sanktionsrechte für Lehrer gegenüber ihren Schülern haben sich am Dienstag nach den Elternvereinen nun die Dritten im Bunde eingeschaltet: die Schüler selbst. Ihre Botschaft: "Wer strafen will, soll Polizist werden, aber nicht Lehrer!"

Mit der VP-nahen Schülerunion nahm am Dienstag nach den Elternvereinen erstmals ein Verband der "Betroffenen" in der Causa Stellung: "Es ist immer das gleiche Spiel: Sobald die Personalvertretungswahlen in die Nähe rücken, beginnen die Scharfmacher in der Lehrergewerkschaft wieder zu polarisieren", hieß es in einer Aussendung von Bundesobmann Oliver Möllner. 

Die Schüler sollen als Bauernopfer im Wahlkampf hinhalten, aber das lasse man sich "auf keinen Fall bieten". Der Ruf nach neuen Strafmöglichkeiten für Lehrer passe eher in das pädagogische Mittelalter als in die Schulpolitik des 21. Jahrhunderts.

Schüler sollen Verhaltensvereinbarung unterschreiben
Die Schülerunion spricht sich für Verhaltensvereinbarungen aus, die am Anfang des Jahres von den Schülerinnen und Schülern und dem Klassenvorstand gemeinsam unterzeichnet werden. In dieser sollen auch die Konsequenzen für etwaiges Fehlverhalten festgelegt sein, die bereits jetzt im Schulunterrichtsgesetz verankert seien und völlig ausreichen. "Falls ein Lehrer dennoch härtere Strafen benötigt, um sich Autorität zu verschaffen, ist er wahrscheinlich nicht ausreichend für den Lehrberuf qualifiziert", so die Union.

Lehrer forderten Gesetze für "sofortige Konsequenzen"
Hintergrund der Debatte: Die Christgewerkschafter an den Pflichtschulen hatten am Freitag "klare gesetzliche Regelungen für sofortige Konsequenzen bzw. Sanktionen" gefordert, wenn Schüler Grenzen überschreiten. Unter anderem sollen sie zu Sozialdiensten sowie dazu verpflichtet werden können, angerichteten Schaden in der Freizeit bzw. finanziell wiedergutzumachen.

Außerdem sollen Schüler von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen (bei Ersatzunterricht in anderen Klassen) und zum Nachholen nicht erbrachter Unterrichtsleistungen in der Freizeit bzw. zu Hause verpflichtet werden können. Weitere Forderungen: Verhaltensnoten in den Abschlussklassen und Konsequenzen für Eltern bei fehlender Kooperation.

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