Laut "Spiegel" wurden die Flüge von Rudy Pevenage organisiert, Ullrichs früherem Betreuer beim Team T-Mobile. Pevenage selbst ist in der Zeit zwischen Dezember 2003 und April 2006 insgesamt 15 Mal zu Kurzaufenthalten nach Madrid geflogen, um sich nach Überzeugung der Fahnder dort mit dem spanischen Dopingnetzwerk zu treffen.
Die Beweise sollen BKA-Experten der Einsatzgruppe Doping auf einem Computer gefunden haben, den sie bei einer Razzia in Pevenages Wohnung beschlagnahmt hatten. Auf der Festplatte hatten Techniker Daten rekonstruiert, die gelöscht worden waren.
Verfahren nach Bußgeld eingestellt
Die bisher unter Verschluss gehaltenen Akten der Bonner Staatsanwaltschaft zu dem Fall umfassen 2.219 Seiten. Die Strafverfolger hatten seit Juli 2006 gegen Ullrich wegen Verdachts des Betrugs ermittelt und stellten das Verfahren im März 2008 gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 250.000 Euro ein. "Zusammenfassend kann festgehalten werden", heißt es in der Akte, "dass der Beschuldigte Ullrich das Dopingsystem des spanischen Arztes Dr. Fuentes nutzte, um sich vertragswidrig mit leistungssteigernden Mitteln und Methoden auf seine Wettkämpfe vorzubereiten." Ullrich äußerte sich bei der Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen nicht.
Pevenage sagte laut "Spiegel" bei einer Vernehmung aus, dass Ullrich und Fuentes sich von 2004 bis 2006 "so ungefähr fünf- bis sechsmal pro Jahr" getroffen hätten, von Blutbehandlungen habe er "jedoch keine Kenntnis". Vielmehr sei er von Ullrich wegen dessen "Übergewichtsproblemen" gebeten worden, den Kontakt zu Fuentes herzustellen. Bei den Überprüfungen von Ullrichs Konten stießen die Ermittler nach "Spiegel"-Angaben auf zwei Zahlungen an Fuentes in Höhe von insgesamt 80.000 Euro.









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