Mo, 21. Jänner 2019

Angst, Sorgen, Handys

15.03.2018 11:31

Schlafstörungen haben sich seit 2007 verfünffacht

Im Schnitt sieben bis acht Stunden - an Arbeitstagen etwas kürzer, dafür aber am Wochenende länger - schlafen Frau und Herr Österreicher pro Nacht. Doch immer mehr Menschen plagen Schlafstörungen, wie eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Wien zeigt, der zufolge sich Einschlaf- und Durchschlafstörungen in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht haben.

Das zeigt die Auswertung einer repräsentativen Online-Umfrage mit der die MedUni Wien hat die Schlafgewohnheiten von 1000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren abgefragt hat. Dabei zeigt sich, dass 38 Prozent der Befragten regelmäßig untertags ein Nickerchen halten. Das gaben im Vergleich dazu bei einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2007 nur 23 Prozent an.

Im Vergleich zu 2007 gibt es aber auch eine deutliche Zunahme an Schlafproblemen. So klagen aktuell 30 Prozent der Befragten über regelmäßige Einschlafstörungen, während es vor elf Jahren nur sechs Prozent waren. „Von Einschlafstörungen sprechen wir, wenn man regelmäßig nachts länger als 30 Minuten zum Einschlafen braucht“, erklärt Studienleiter Stefan Seidel vom Schlaflabor der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien, der mit Kollegen die Umfrage durchgeführt hat. Mit 51 Prozent ist die so genannte Durchschlafstörung, wenn man nachts öfter grundlos aufwacht und sich herumwälzt, noch häufiger (2007 waren es nur 26 Prozent).

Probleme und Angst lassen uns wach liegen
Die Ursachen dafür sind ähnlich: Meistens ist es eine innere Unruhe, die uns nicht schlafen lässt. „Das bekannte Grübeln, Nicht-Runterkommen und Probleme wälzen ist die häufigste Ursache für Schlafstörungen“, erklärt Seidel, „dann erst kommen andere seltenere Faktoren ins Spiel wie Angst oder Schmerzen“. Aber auch die moderne Technik, Stichwort Smartphones kann mit ein Grund für Schlafstörungen sein. So hat erst vor Kurzem eine Untersuchung  gezeigt, dass einer von fünf Jugendlichen nachts regelmäßig aufwacht, um in den sozialen Medien Nachrichten  zu verschicken oder erhaltene Messages zu lesen.

Regelmäßig unausgeschlafen zu sein sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Hälfte der Betroffenen sind tagsüber in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt. Neben Müdigkeit, Gereiztheit und Konzentrationsschwierigkeiten kann das auch körperliche Beschwerden wie etwa Magen-Darm-Probleme hervorrufen.

Phasen der Müdigkeit tagsüber deuten nicht unbedingt auf einen krankhaften Zustand hin. So sorgt der natürliche biologische Rhythmus z.B. für das so genannte „Nachmittagstief“. Aber „wenn man tagsüber plötzlich einen zwingenden Schlafdrang hat und sich sofort hinlegen muss oder in sozial problematischen Situationen einschläft, dann sollte man sich medizinisch untersuchen lassen“, rät Seidel.

Betroffene nehmen kaum Hilfe in Anspruch
Nur 16 Prozent der Menschen mit Schlafproblemen haben deswegen bereits medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Oft helfen leichte Schlafmittel auf pflanzlicher Basis, wie etwa Baldrian, oder auch Entspannungsübungen.

Die Ergebnisse der Studie werden weiter ausgewertet, auch in Hinblick auf Lebensstilfaktoren, regionale Unterschiede und die Chronobiologie (z.B. Zeitpunkt der Mahlzeiten).

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