Im Februar 2005 wurde der 44-jährige Russe in Wien verhaftet – als Chef einer riesigen Euro-Fälscherbande. Nur zwei Monate später passierte es: Mit einem spektakulären, gleichzeitig aber völlig gewaltfreien, Coup gelang Dmitro Kara die Flucht. Ein Komplize hatte sich, was damals noch leicht möglich war, mit einem gefälschten Anwaltsausweis Zutritt zum Gefängnis verschafft.
In elegantem Anzug getürmt
Dmitro Kara wurde dem falschen Strafverteidiger vorgeführt und zog einen eleganten Anzug an, den der Fluchthelfer mitgebracht hatte. Dann verließen die Männer das Haus. Der Fälscher-König soll sich noch höflich beim Torposten verabschiedet haben.
Lange konnte sich Dmitro Kara aber nicht der wiedergewonnenen Freiheit erfreuen: Im Oktober 2005 wurde er in Bulgarien verhaftet und zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Fälscher-Boss versuchte alles, um die Auslieferung zu verhindern. Doch den Beamten des Bundeskriminalamtes und der zuständigen Staatsanwältin Sonja Herbst gelang es, alle Hürden aus dem Weg zu räumen. So betrat Dmitro Kara Donnerstag um 12.17 Uhr auf dem Flughafen Wien-Schwechat wieder heimischen Boden.
Sicherheitsvorkehrungen verstärkt
Hier hat sich indes viel getan: Seine Komplizen sind längst abgeurteilt, auch der Anwalt, der den Ausweis für die Fälschung zur Verfügung gestellt hatte. Im Gefängnis wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt. Und Dmitro Kara muss nun in der Zelle auf seinen Prozess warten.
von Peter Grotter, Kronen Zeitung










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