Fette Krisen-Profite

US-Finanzkonzerne zahlen heuer Rekordgehälter

Ausland
14.10.2009 09:11
Auf dem G-20-Gipfeltreffen Ende September in Pittsburgh hatten sich die Staaten vorgenommen, Gehälter und Bonuszahlungen an Top-Manager einzuschränken. Knapp drei Wochen später tun Großbanken und Wertpapierfirmen an der Wall Street genau das Gegenteil: Rund 140 Milliarden Dollar wollen sie ihren Mitarbeitern für das Jahr 2009 zustecken. Ein absoluter Rekord.

Nach einer Erhebung der Börsenzeitung "The Wall Street Journal" werden die Gesamtbezüge der Spitzenmitarbeiter in 2009 gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent steigen. Voriges Jahr lag der Betrag bei 117 Milliarden Dollar und im als "Rekordjahr" bezeichneten Jahr 2007 kassierten die Mitarbeiter 130 Milliarden Dollar.

Das Blatt schätzt das Durchschnittseinkommen der Mitarbeiter bei den 28 börsennotierten Firmen auf 143.400 Dollar, ein Zuwachs von fast 2.000 Dollar. Experten erklären die steigenden Bezüge damit, dass die Umsätze den Stand von vor Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2008 erreicht hätten.

Finanzkonzernen geht es wegen Krise wieder gut
Obwohl die Wirtschaft stagniere und die Arbeitslosenquote 10 Prozent anpeile, profitierten die Finanzkonzerne von der robusten Börse, dem Auftauen an den Kreditmärkten und der Wiederbelebung von Zusammenschlüssen und Akquisitionen.

Auch die weiterlaufenden staatlichen Hilfsprogramme würden positiv zu Buche schlagen, heißt es in der Erhebung weiter. Etliche Banken scheinen auch insofern auf sicherem Boden zu stehen, als sie ihre beim Staat aufgenommenen Kredite vorzeitig zurückgezahlt hätten, um sich aus dem Griff von Regierung und Kongress zu befreien. Nicht zuletzt geht es den staatlichen Bankaufsehern in erster Line darum, die Geldhäuser daran zu hindern, riskante Geschäfte zu betreiben, um nicht erneut in die Krise zu stürzen.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele