'Darwins rEvolution'

BM Häupl im NHM: "Mein Herz hängt an der Wissenschaft"

Wien
13.10.2009 12:44
Als einstige Arbeitsstätte ist das Naturhistorische Museum (NHM) Wien für Bürgermeister Michael Häupl (SP) ein altes Zuhause. Doch auch der Protagonist der derzeitigen Sonderausstellung "Darwins rEvolution" (bis 5. April) ist dem Biologen bestens vertraut. "Das ist der Star", begrüßte Häupl am Montagabend die auf einer Schildkröte reitende Figur des britischen Naturforschers und Begründers der Evolutionstheorie, Charles Darwin, bei einer Führung.

Doch die Sympathie für Darwin (1809-1882) sollte sich für Häupl nicht auf dessen Antlitz beschränken. Seine fünfjährige Reise auf dem Schiff "Beagle" sowie seine "unglaublich detailreiche Arbeit" lösten Begeisterungsstürme aus. Einzig: Hätte Darwin sich Gregor Mendels "Arbeit über die Erbsen" zur Vererbung von Merkmalen angeschaut, "wäre er um einige Schritte weitergekommen", so Häupl, der zwischen 1975 und 1983 wissenschaftlicher Mitarbeiter des NHM war.

An dem britischen Naturforscher kommt für Wiens Bürgermeister niemand vorbei. Jeder Biologe beschäftige sich mit Darwin. "Ohne Darwin wird man die Evolution nicht verstehen", so Häupl. Doch nur mit Darwin auch nicht. So hätten etwa die Genetik und Molekularbiologie noch zur großen Weiterentwicklung der Theorie beigetragen.

"Mein Herz hängt an der Wissenschaft"
Neue Erkenntnisse der Biologie, aber auch anderer Wissenschaften beschäftigten ihn noch heute. So habe er nach wie vor "eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Zeitungen abonniert", so Häupl. Man versuche sich, intellektuell "am Damm" zu halten, um sich mit Kollegen austauschen zu können.

"Mein Herz hängt an der Wissenschaft", doch eine Rückkehr in seinen alten Beruf kann sich Häupl nicht vorstellen. Er wolle sich vielmehr in zehn Jahren damit beschäftigen, wie man Wissenschaftern die Arbeit in Österreich erleichtern kann und jungen Forschern helfen kann, "möglichst optimal arbeiten zu können".

Religion und Naturwissenschaft "nebeneinander sehen"
Zum Dauerthema Evolution versus Religion und dem Verhältnis von Naturwissenschaft und Kirche herrschte bei der anschließenden Podiumsdiskussion ein versöhnlicher Ton. Diesen wolle auch er teilen, so Häupl. Es habe Grenzüberschreitungen in der Geschichte gegeben, etwa durch die Inquisition und Verfolgung von Naturwissenschaftern. Häupl orientiert sich an dem Spruch aus dem Neuen Testament "Dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist" und gesteht der Religion zu, ihre Genesis im Religionsunterricht zu unterrichten, "wir unterrichten im Biologieunterricht dann die Evolutionstheorie", so Häupl.

Abt Gregor Henckel von Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz räumte ein, dass es eine "Usurpation der Naturwissenschaften durch die Religion" gegeben habe. Das sei "ebenso abzulehnen wie die Anmaßung der Naturwissenschaften Schöpfung erklären zu wollen". Man solle diese Disziplinen nebeneinander sehen.

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