Fr, 19. Oktober 2018

Gut vernetzt

02.03.2018 12:00

Die neuesten Trends des intelligenten Wohnens

In einem Smart Home geht so manches leichter von der Hand – dank modernster Technik, die jedes Jahr ein paar Stückerln mehr spielt. wohnkrone.at verrät Ihnen die aktuellen Trends, die mehr Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit in Ihr Zuhause bringen.

Die Welt wird immer intelligenter. Das mag nicht für alle Bereiche des Lebens gelten, für das Feld der Gebrauchselektronik trifft es definitiv zu. Die Entwicklung rund um das Smart Home, das „intelligente“ Heim mit elektronischer Unterstützung, verläuft jedenfalls rasant. Jahr für Jahr werden in den großen internationalen Messehallen die neuesten Trends auf dem Gebiet der Gebrauchselektronik vorgestellt. Und jedes Jahr bleibt einem der Mund vor Staunen noch ein Stück weiter offenstehen. Der oft zitierte selbst einkaufende Kühlschrank ist allerdings bis heute nicht auf dem Markt.

Steuerung mit Ansage
Es ist also tatsächlich schon so weit, dass Menschen mit Maschinen reden. Halb so schlimm. Hauptsache, die Maschinen verstehen uns! Die Technologie ist hier bereits erstaunlich weit fortgeschritten. Sprachsteuerung ist einer der ganz großen Trends rund um das Smart Home. Ob Siri von Apple, Alexa von Amazon, Microsoft Cortana oder der Assistent von Google. Alle namhaften Internetriesen forschen und investieren kräftig in die möglichst reibungslose akustische Kommunikation zwischen Benutzer und Gerät.

Ein Sprachassistent ist eine Computer-Software, die gesprochene Anweisungen erkennt – und entsprechend „handelt“. In der Vergangenheit ließen sich Smart Home-Systeme hauptsächlich über eine App auf dem Smartphone oder einem Tablet steuern. Heute sagt man dem System übers Mikrophon einfach frei heraus, was zu tun ist.

Dahinter steckt mehr als nur Spracherkennung. Nicht umsonst spricht man auch vom sogenannten IPA, dem „Intelligenten Persönlichen Assistenten“. Der ist sogar lernfähig. Dank kontinuierlicher Kontextanalyse versteht das System von Mal zu Mal besser, was sein Benutzer genau meint – und erfüllt Wünsche immer treffsicherer. Das Smartphone lernt dazu Sprachsteuerung ist die Zukunft – dennoch sind die neuen Nutzungsmöglichkeiten bei vielen Menschen noch nicht so richtig angekommen. Oft wird das Smartphone immer noch so verwendet wie in der Zeit vor den Sprachassistenten – im Wesentlichen durch die textbasierte Nutzung von Apps. Das wird sich auch so rasch nicht ändern, Smart Home Geräte werden auch in absehbarer Zukunft noch auf ganz gewohnte Art und Weise bedienbar bleiben. Experten rechnen aber mit einer sukzessiven Veränderung der Nutzergewohnheiten. Man rechnet damit, dass sich auf Software-Seite durch verstärkte Nutzung der Sprachsteuerung eine ganze Reihe bislang ungekannter Möglichkeiten auftun wird. Man darf gespannt sein, was da noch auf uns zukommt.

Smart und immer smarter
Neue Smart Home-Systeme erlauben das Konfigurieren komplexer Szenarien, die ganz auf den Benutzer zugeschnitten sind, man spricht auch von „Situationen“. Dabei werden verschiedene Geräte und Systeme über WLAN oder andere Datenverbindungen miteinander verknüpft. Wenn es etwa anfängt zu regnen, fährt das Smart Home die Markise ein. Für den Fernsehabend können mit einem Fingertipp mehrere Anwendungen gleichzeitig aktiviert werden: Die Lichtstimmung ändert sich, die Rollläden fahren herunter, der Flachbildschirm schaltet sich ein. Oder am frühen Morgen: Statt schrillem Weckerläuten erklingt Musik der persönlichen Favoriten aus den Boxen, die Lampen gehen an, das Badezimmer ist längst vorgewärmt, die Kaffeemaschine wird auf Betriebstemperatur gebracht.

Auch hier gibt sich das System lernfähig. Mit der Zeit passt es sich den Gewohnheiten seiner Nutzer an. Anhand der GPS-Daten des Smartphones kann z. B. der aktuelle Standort der Mitbewohner ermittelt werden. Wenn diese sich dem trauten Heim nähern, wird schon einmal die Heizung und das Garagentor hochgefahren bzw. das Alarmsystem deaktiviert. Mit einer Smart-Watch am Handgelenk lässt sich sogar feststellen, in welchem Raum sich ein bestimmter Bewohner gerade aufhält. Dementsprechend kann das Smart Home reagieren und etwa Licht oder die Musik steuern. Bald schon werden sich die intelligenten Geräte systemübergreifend selbst arrangieren: Aus allen Interaktionsmöglichkeiten, die sich bieten, werden dem Nutzer Wenn-Dann-Szenarien vorgeschlagen, die auf seinem Verhalten beruhen.

Wie es mir gefällt
All das muss man natürlich wollen. Manche bekommen leuchtende Augen angesichts der vielen neuen Möglichkeiten moderner Technik. Anderen kommt dabei eher das Gruseln. Ein modernes Smart Home lässt sich aber stets so einrichten, wie es seine Besitzer haben möchten. Einige Hersteller bieten modulartig aufgebaute Einsteigerpakete an, die für ganz spezielle Aufgabengebiete zugeschnitten sind, etwa die Steuerung der Beleuchtung oder die Regulierung der Heizung. Später können die Starter-Sets dann mit weiteren Funktionen ergänzt und aufgerüstet werden.

Mehr Komfort im Smart Home
Die Fernsteuerung ist nicht mehr dem Fernseher und der CD-Anlage allein vorbehalten. Jetzt können auch Licht, Jalousien oder die perfekte Raumtemperatur vom Sofa aus gesteuert werden. Und weil alles über das Handy gemacht wird, besteht keine Gefahr, in einem Meer der unterschiedlichsten Fernbedienungen zu versinken.

Abgesehen von der einfachen direkten Steuerung lassen sich bei modernen Systemen auch zeitliche Abläufe einrichten: Bei Sonnenuntergang zieht sich die Markise zurück, kurz vor Feierabend fährt die Heizung hoch usw. Richtig interessant wird es, wenn die einzelnen Elemente per Software miteinander verknüpft sind. Dann nämlich lassen sich – ereignisabhängig – ganze individuelle Szenarien erstellen. Heimkino-Abend auf Knopfdruck: Fenster verdunkeln, Licht dimmen, Fernseher an. Oder Kühlung an heißen Tagen: Wärmesensoren erspüren die Hitze, der Rasensprenger wird in Gang gesetzt, die Markise fährt aus, die Klimaanlage legt los. Ganz sicher gehen Fragt man bei Konsumenten nach, steht beim Smart Home das Thema Sicherheit an oberster Stelle. Intelligente Überwachungskameras, Rauchmelder und Wassersensoren werden besonders häufig genutzt. Die Palette an Anwendungen für mehr Sicherheit im Eigenheim ist mittlerweile sehr breit.

Im Abwesenheits- oder Urlaubsmodus kann das Smart Home z.B. so tun, als wäre jemand zu Hause. Das Licht geht an und aus – mal in der Küche, mal im Bad, dann wieder im Wohnzimmer. Musik wird abgespielt, aber auch Hundegebell, Stimmen oder Geräusche von Mixer oder Staubsauger. Ganz schön verwirrend für potenzielle Einbrecher.

Bei einem ungewünschten Ereignis schickt das System sofort ein SMS an den Benutzer: Wenn Unbefugte das Haus betreten,  Sensoren einen Wasserschaden bemerken oder Rauch auf einen möglichen Wohnungsbrand hinweist. Auch die Qualität der Raumluft lässt sich überwachen. Steigt etwa der Kohlendioxidgehalt über ein gewisses Maß, erfolgt eine Benachrichtigung, dass es jetzt Zeit wäre zu lüften.

Wirklich ganz sicher?
Spricht man über das Thema Sicherheit, muss man die Sache immer auch von der anderen Seite betrachten. Eine wichtige Frage tut sich auf: Wer garantiert mir, dass das Smart Home vor gefinkelten Hackern sicher ist? 
Viele potenzielle Kundinnen und Kunden entscheiden sich genau aus dieser Sorge derzeit noch gegen ein Smart Home. Die großen namhaften Hersteller wissen das und arbeiten längst fieberhaft daran, derartige Zweifel auszuräumen und bei ihren Systemen nicht die winzigste Sicherheitslücke offen zu lassen. Beim Einsatz von allzu günstigen Smart Home-Anwendungen sollte man sich darauf aber nicht verlassen. Vorsicht ist geboten.

Intelligent Energie sparen
Das dritte große Anwendungsgebiet – neben Komfort und Sicherheit – ist der Bereich Energie. Im Smart Home lässt sich auf einen Blick der jeweilige Stromverbrauch jedes der miteinander verbundenen Geräte ablesen. Ein großer Stromfresser wird da ganz schnell ausgemacht. Per Fingertipp lassen sich die Geräte dann einzeln abschalten. Auf Wunsch auch alle auf einmal, z.B. wenn man das Haus verlässt. Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann parallel dazu die Menge des selbst erzeugten Stroms auf dem Display ablesen.

Aber nicht nur Strom wird gespart, auch der Gasverbrauch lässt sich senken. Batteriebetriebene Funksensoren registrieren, sobald ein Fenster geöffnet wird. Diese Information wird an die Steuerungszentrale weitergegeben, woraufhin die Heizungsthermostate automatisch herunter geregelt werden. Damit Heizluft nicht sinnlos nach außen geblasen wird.

Ausblick: Besseres Zusammenspiel
Seit es Smart Home gibt, taucht immer wieder ein Problem auf, das bis heute nicht wirklich gelöst ist: die mangelnde Kompatibilität verschiedener Systeme untereinander. Wenn man als Kunde das Smart Home-System eines bestimmten Anbieters kauft, kann man in der Regel nur dessen Funktionen und Lösungen nutzen – aber diese nicht mit Produkten anderer Hersteller kombinieren.

Die Industrie konnte sich bis heute nicht auf allgemeingültige Standards einigen. Das ist unerfreulich und schränkt die Wahlfreiheit des Verbrauchers deutlich ein. Fachleute, die sich dabei auf aktuelle Studien berufen, gehen davon aus, dass sich letztlich offene, herstellerübergreifende und flexibel erweiterbare Plattformen durchsetzen werden. Bereits heute gibt es Anbieter, die mehrere unterschiedliche Funktechnologien unterstützen. Es liegt ganz im Interesse der Unternehmen, hier aufzuholen. Wer sich heute dafür entscheidet, sein Zuhause in ein Smart Home zu verwandeln, hält sich am besten an einen einzigen Hersteller und verwendet nur dessen Produkte.

Schnellere Verbindungen
Ein weiteres Problem, das digitalen Nutzern nur allzu gut bekannt ist: Das WLAN ist zu schwach oder zu langsam. Auch bei vielen Smart Home-Systemen sind die Geräte über WLAN miteinander verbunden. Da braucht es ein dementsprechend stabiles und schnelles Funknetz. Zu viele Geräte im Verbund drosseln die Geschwindigkeit. Neue Technologien sind bereits auf dem Weg und sollen Abhilfe schaffen. Da gibt es etwa so genannte WLAN-Router mit Mesh-Netzwerk.

Diese Router bauen in Verbindung mit zwei, drei oder noch mehr Geräten ein flächendeckendes Netzwerk auf, ohne das die WLAN-Geschwindigkeit darunter leidet. Die neuen Router-Einheiten sind mittlerweile richtig hübsch designt und erinnern mitunter mehr an Blumenvasen denn an technische Apparaturen.

Günther Kralicek, wohnkrone.at

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