Do, 21. Juni 2018

Empörung in Kanada

23.02.2018 16:07

Paar adoptiert Hausschwein - und schlachtet es!

Schweinerei in Kanada: Ein von Tierschützern aus einer Massentierhaltung befreites Hängebauchschwein sollte eigentlich bei einem Paar ein neues Zuhause finden, stattdessen endete das Tier als Fleisch am Teller seiner neuen Besitzer. Die Tierrechtsorganisation SPCA bestätigte die Schlachtung der dreijährigen "Molly". So mies sich die Vorgehensweise auch anhören und so groß die Aufregung darüber auch sein mag, mit einer Strafe muss das Paar nicht rechnen ...

Die kanadische Tierrechtsorganisation hatte mehrere Schweine aus einer Massentierhaltung befreit, darunter auch "Molly", ein drei Jahre altes Hängebauchschwein. Die Tierschützer päppelten die Tiere wieder auf und suchten dann im Jänner nach neuen Besitzern - auch für "Molly", die ein neues Leben als Hausschwein beginnen sollte.

Es dauerte nicht lange, bis sich auf Vancouver Island im Nordwesten der kanadischen Provinz British Columbia ein Paar fand, das das Hängebauchschwein bei sich aufnehmen wollte. Doch das weitere Schicksal von "Molly" gestaltete sich ganz und gar nicht nach den Vorstellungen der Tierschützer: Das Hausschwein wurde von seinen neuen Besitzern nämlich geschlachtet und verspeist.

Aufgedeckt wurde das tragische Ende des aus der Massentierhaltung geretteten Schweins von einer anderen Schweinebesitzerin. Einer Bekannten von Brandee McKee zufolge habe das Paar nicht gewusst, wie es sich artgerecht um "Molly" kümmern müssen. Statt sich ihre Fehleinschätzung einzugestehen und das Tier wieder zurück zu den Tierschützern zu bringen, schlachteten sie "Molly" kurzerhand.

"Wäre das eine Katze oder ein Hund gewesen ..."
Darüber, dass "Mollys" Besitzer nun mit keiner Strafe rechnen müssen, empörte sich McKee gegenüber dem Nachrichtenportal globalnews.ca. "Wäre das eine Katze oder ein Hund gewesen, hätte es wahrscheinlich Anklage gegeben", ärgerte sich die Frau. Für sie besonders empörend: Das Paar habe auf Snapchat Fotos und Videoaufnahmen von der Zubereitung des geschlachteten Hausschweins gepostet.

In Kanada werden Haustiere als Gegenstand betrachtet, womit die Schlachtung völlig legal gewesen sei, erklärte auch die Tierrechtsorganisation SPCA. Nach dem Unterschreiben der "Adoptionsunterlagen" hätten die neuen Besitzer "jedes Recht an dem Tier", so Lorie Chortyk von SPCA. "Die Realität ist, dass es nicht illegal ist, sein eigenes Tier in Kanada zu töten. Jemand kann eine Waffe nehmen und seinen Hund in den Kopf schießen - und solange der Hund sofort stirbt, gibt es leider kein Gesetz dagegen."

"Nein, ich werde dieses Tier niemals essen"
Demnach sei "Molly" "artgerecht getötet" worden. "Wenn ein Tier nicht leiden muss, gibt es überhaupt keine Gesetze, die uns erlauben würden, etwas zu unternehmen", fügte Chortyk hinzu. Die Tierschützer sind dennoch erschüttert über die Vorgehensweise des Paares: "Wir würden niemals ein Tier zum Verzehr zur Adoption freigeben." Es gebe "eine gründliche Adoptionsübereinstimmung und Diskussion und Beratung und so etwas". Das Paar habe dabei angegeben: "Ja, das wird ein Haustier sein und auf einer Farm leben. Das machen wir." Chortyk weiter: "Sie haben tatsächlich geschrieben: 'Nein, ich werde dieses Tier niemals Essen'."

McKee merkte indes noch an, dass das Fleisch von Hängebauchschweinen gar nicht dazu bestimmt sei, gegessen zu werden. "Ihr Fleisch ist dafür nicht gedacht, ihre Ernährung wäre anders." Und wenn "Molly" zudem alle ihre Impfungen hatte, wäre der Verzehr ihres Fleisches keine gute Idee. "Wenn sie auf einem Bauernhof leben, werden sie geimpft, um auf einem Bauernhof zu leben und in der Landwirtschaft zu arbeiten. Ein Haustier wird hingegen mit anderen Wirkstoffen geimpft", so McKee.

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