Mo, 25. Juni 2018

„Krone“-Interview

20.02.2018 08:21

Strache bei Olympia: „Es könnte noch besser sein!“

Turbulente Tage für Sportminister Heinz-Christian Strache. Am Freitag kam er in Pyeongchang an, fieberte bei zahlreichen Bewerben mit, bereits am Dienstag verlässt er Südkorea wieder – um schon am Abend in Wien die Teilnehmer der Paralympics offiziell zu verabschieden. Vor seiner Abreise zog er im Interview mit der "Krone" seine Bilanz: Die trotz der Erfolge, die er live miterlebte, wie etwa jenen des Marcel Hirscher, keineswegs nur positiv ausfiel. Was er kritisiert, was er ändern will.

"Krone":Herr Minister, hatten Sie zuvor schon einmal Winterspiele live miterlebt?
Heinz-Christian Strache: Nein, ich war da völlig jungfräulich . . .

Und die weite Reise hat sich bezahlt gemacht?
Von den Netzwerk-Möglichkeiten her auf alle Fälle, Ich hatte etwa Gelegenheit, mich mit den Sportministern von China, Estland, Lettland oder Bulgarien auszutauschen. Und ich habe den Premierminister von Südkorea kennengelernt. Von dem her macht so etwas absolut Sinn. Und schöne Erfolge wie jenen von Marcel Hirscher konnte ich auch miterleben. Aber . . .

Aber?
Aber es gibt da dennoch genug Dinge, die nicht passen und die schleunigst geändert gehören. Es kann etwa nicht sein, dass sich Skeleton-Pilotin Janine Flock, die bekanntlich absolut Medaillenchancen hatte, hier ihre Physiotherapeuten selbst bezahlen muss. Das haben jetzt einmal wir übernommen.

Heißt das, dass Fördergelder, die es ja auch für Skeleton gibt, missbräuchlich verwendet werden?
So würde ich das nicht ausdrücken. Aber Fördergelder sind Steuergelder und da muss man prüfen, wo die landen. Es muss in vielerlei Hinsicht eine nachhaltige Strategie entstehen. Um Dinge zu verbessern, um Missstände zu beseitigen. Es wartet sehr viel Arbeit auf uns. Und wir werden mit dieser Arbeit sofort nach der Rückkehr beginnen.

Sie sind als oberster Sportfunktionär mit der bisherigen Ausbeute von immerhin zehn Medaillen nicht zufrieden?
Doch. Aber es könnte noch viel besser sein, wenn man gewisse Voraussetzungen schafft. Wir planen etwa, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, um auch bei Dingen wie Reibung, Aerodynamik und so weiter das Maximum herauszuholen.

Im Sommersport ist Österreich vom Optimum noch viel, viel weiter entfernt.
Stimmt! Leider! Aber es wird sich in zwei Jahren, also bis zu den nächsten Spielen, nicht mehr ausgehen, das wettzumachen.

Es wurde doch unter Ihrem Vorgänger erst eine neue Sport GmbH gegründet. Heißt das, dass die bislang null gebracht hat?
Wir müssen das evaluieren und dann entscheiden, welche Adaptierungen nötig sind. Aber gewisse Dinge sind schon ziemlich, ich nenne es einmal eigenartig, gelaufen.

Zum Abschluss: Holt Hirscher im Slalom eine dritte Goldene?
Ich traue es ihm absolut zu. Dann wäre er endgültig auf dem Ski-Olymp!

Peter Frauneder, Kronen Zeitung

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