06.02.2018 20:53 |

17-Jähriger mit Messer

Schuss in Heim für minderjährige Flüchtlinge

Gefährlicher Zwischenfall in einem Flüchtlingsheim in St. Johann: Ein 17-jähriger Afghane rastete dort komplett aus und bedrohte Betreuer und Mitbewohner mit einem Messer. Als Polizisten hinzukamen, stach er sich selbst in den Bauch und rannte mit dem Messer auf die Beamten zu. Einer gab einen Schuss ab.

Was dazu geführt hat, dass der Afghane in dem Heim an der Bundesstraße, in dem vom Verein Einstieg unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut werden, ausgerastet ist, ist noch unklar. Auf jeden Fall schnappte sich der Jugendliche am Montag gegen 19 Uhr ein Messer und bedrohte damit sowohl mehrere Mitbewohner als auch die Betreuer. Die Situation eskalierte. Einem der Mitarbeiter gelang es, die Polizei zu rufen.

Vier Beamte machten sich auf den Weg. Als die Polizisten das Heim betraten, hatte der 17-Jährige das Messer hochgehalten. Die Polizisten forderten ihn auf, es wegzuwerfen. Doch der Bursche legte das Messer nicht weg. Die Beamten sprühten ihn mit Pfefferspray an.

Auch das hielt den Afghanen nicht auf, er stach sich plötzlich mehrmals in den Bauch, richtete das Messer wieder gegen die Beamten und ging auf sie zu.

Einer der Polizisten reagierte geistesgegenwärtig und gab einen Schuss in Richtung der Oberschenkel des Jugendlichen ab.

Der Afghane wurde nicht getroffen, sank aber freiwillig zu Boden und ließ das Messer fallen.

Der verletzte Asylwerber wurde noch vor Ort von einem Notarzt versorgt. Danach wurde er ins Krankenhaus gebracht. Die Spurensicherung nahm in der Folge das Zimmer des gewaltbereiten Afghanen unter die Lupe. Auch das Messer wurde sichergestellt.

Der 17-Jährige hatte im Juli 2017 einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt. Sein Asylverfahren ist noch offen. Er war offenbar bevor er nach St. Johann in die Grundversorgung kam rund einen Monat lang in Traiskirchen untergebracht.

Auf Nachfrage der „Krone“ in dem Heim heiße es, es ginge niemanden etwas an. Ob das Anrainer auch so sehen, ist fraglich. Die Flüchtlinge sind nicht im Heim eingesperrt, sie können sich im Ort frei bewegen.

M. Lassnig/M. Kappes

Manuela Kappes
Manuela Kappes
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