Aufgeflogen war der gewerbsmäßige Betrug durch die widerrechtliche Verwendung einer Kreditkarte, die angeblich auf dem Postweg verloren gegangen war. Weil über die Karte per Internet wiederholt Bestellungen erfolgten, die dann über ein Postamt bezogen wurden, konnte die Polizei die Abholerin, die 24-jährige Frau, abfangen.
Frau arbeitslos, Freund beim Bundesheer
Wie sich im Zuge der Einvernahmen zeigte, verdienten die Beschäftigungslose und ihr 20-jähriger Freund, der gerade den Präsenzdienst beim Bundesheer absolvierte, seit mindestens drei Jahren ihren Lebensunterhalt vornehmlich mit Bestellungen unter falschen Namen übers Internet. 25 bis 30 Firmen waren es, die laut den Ermittlern geschädigt wurden, allein in einem Fall gelang es den beiden, unter 53 falschen Namen und Namensvariationen zu ordern. An wechselnden - fremden - Adressen schafften sie es, eine Benachrichtigung hinterlegt zu bekommen, damit sie dann die Sendungen am Postamt in Empfang nehmen konnten.
Firmen rochen keine Lunte...
Auf diese Weise gelangte das Pärchen in Besitz von Elektronikartikeln, Elektrogeräten, Bekleidung und anderen Gebrauchsgegenständen, ohne je zu zahlen. Die Schadenssummen pro Posten bzw. Firma hielten sie in einem Umfang, der gering genug war, um von den Geschädigten vorerst keine Schritte befürchten zu müssen - und es klappte. Außerdem kamen den beiden mutmaßlichen Betrügern die Computersysteme der Firmen zugute, da hier mit jedem neuen Namen automatisch ein neuer Kunde kategorisiert wird und meist kein Blick mehr auf die Adressen fällt.
Pärchen festgenommen und großteils geständig
Die Verdächtigen zeigten sich großteils geständig, allerdings versucht die 24-Jährige, die Hauptschuld ihrem Freund in die Schuhe zu schieben. Die Schadenssumme beläuft sich laut Polizei auf mindestens 50.000 Euro, dazu kommt auch noch ein Schaden von rund 11.000 Euro durch die widerrechtliche Verwendung der Kreditkarte. Das Pärchen wurde festgenommen und befindet sich seit 10. Juni 2009 in der Justizanstalt Graz-Jakomini.
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