Sa, 18. August 2018

Leidgeprüfter Mann

27.02.2009 11:08

Justiz ermittelt gegen Eluanas Vater wegen Tötung

Der Fall der am 9. Februar verstorbenen italienischen Koma-Patientin Eluana Englaro sorgt weiterhin für Schlagzeilen in Italien. Die Staatsanwaltschaft Udine hat nun Ermittlungen gegen Beppino Englaro, den Vater der 38-jährigen Frau, und gegen weitere 14 Personen wegen mutmaßlicher Tötung eingeleitet. Ermittelt wird unter anderem gegen Amato De Monte, den Anästhesisten, der Eluana in einer Klinik in Udine in den Tod begleitet hat, und gegen alle Krankenpfleger, die sie betreut hatten, berichtete die Tageszeitung "Il Messaggero Veneto".

Der Rechtsanwalt von Beppino Englaro, Giuseppe Campeis, berichtete, er habe mit der Ermittlung gerechnet. Er versicherte, dass bei der Beendigung der künstlichen Ernährung, die zum Tod Eluanas geführt hatte, niemals das italienische Gesetz verletzt worden sei.

Bilder von sterbender Eluana aufgenommen
Die Staatsanwaltschaft der Stadt Udine leitete außerdem Ermittlungen gegen eine RAI-Journalistin, einen Kameramann und eine Krankenschwester ein. Sie werden beschuldigt, ohne Genehmigung Bilder von der sterbenden Eluana aufgenommen zu haben. Beppino Englaro erwiderte jedoch, dass die Bilder zur Dokumentation aufgenommen worden seien. Die Journalistin habe von ihm die Genehmigung erhalten, Eluana in ihren letzten Lebensstunden zu fotografieren.

Nach Autounfall 17 Jahre lang im Koma
Die Frau wurde auf dem Friedhof des friaulischen Bergortes Paluzza, aus der ihre Familie stammt, beerdigt (siehe Story in der Infobox). Eluana war am 9. Februar an Herzversagen nach einer Krise gestorben, die in Folge der Dehydrierung des Körpers aufgetreten war. Die künstliche Ernährung und die Flüssigkeitszufuhr waren auf Wunsch der Familie abgebrochen worden. Beppino Englaro hatte von Italiens oberstem Gericht die Genehmigung erhalten, die künstliche Ernährung für seine Tochter abzubrechen, die seit einem Autounfall im Jahr 1992 im Koma gelegen war.

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