Do, 20. September 2018

"Der richtige Mann"

26.02.2009 09:30

Obama nominiert Locke zum US-Handelsminister

Im dritten Anlauf hat US-Präsident Barack Obama schließlich doch einen Kandidaten für das Amt des Handelsministers nominiert. Obama stellte am Mittwoch in Washington den ehemaligen Gouverneur des Westküsten-Staats Washington (nicht zu verwechseln mit Washington DC), Gary Locke, für den Posten vor. Die Ernennung des 59-jährigen chinesischstämmigen Demokraten muss nun noch vom US-Senat bestätigt werden. Locke sei "der richtige Mann für diesen Job", sagte Obama am Mittwoch.

Die Besetzung des Handelsministeriums war in den vergangenen Wochen von Pannen begleitet, die Kritik an der Personalpolitik des Präsidenten geweckt hatten. Obamas erster Kandidat, Gouverneur Bill Richardson, musste im Jänner wegen umstrittener Geschäftsbeziehungen auf den Posten verzichten. Der zweite Anwärter, der Republikaner Judd Gregg, hatte Anfang Februar wegen politischer Differenzen mit Obama aufgegeben.

Der Präsident ging bei Lockes Vorstellung auf die schwierige Personalsuche ein. "Sie werden gemerkt haben, dass ich das bereits ein paar Mal ausprobiert habe", sagte er vor Journalisten. "Ich glaube aber daran, Dinge so oft zu versuchen, bis sie klappen." Sein neuer Kandidat Locke sei "der richtige Mann für diesen Job", beteuerte Obama.

Enkel eines chinesischen Einwanderers
Locke ist der Enkel eines chinesischen Einwanderers. Als erster chinesischstämmiger Gouverneur in der Geschichte der USA stand er von 1997 bis 2005 an der Spitze des Bundesstaats Washington. In den vergangenen Jahren hatte er sich intensiv um den politischen und wirtschaftlichen Austausch mit China gekümmert. Die Volksrepublik ist einer der größten Handelspartner der USA.

In seinem neuen Amt werde Locke "eine respektierte Stimme in meinem Kabinett, ein ruheloser Advokat für Wettbewerbsfähigkeit und ein einflussreicher Gesandter der amerikanischen Wirtschaft sein", sagte Obama. Als Nachfahre von Einwanderern, der aus eigener Kraft den Aufstieg geschafft habe, kenne Locke "den amerikanischen Traum, und er weiß, wie man ihn in schwerer Zeit am Leben hält".

Verwicklungen in Spendenskandal
Locke arbeitete bisher für eine in Seattle ansässige Anwaltskanzlei. Vor dem Senat muss er sich vermutlich Fragen zu seiner Rolle im Spendenskandal von Bill Clintons Wahlkampf 1996 stellen. Damals hatte er alle Vorwürfe zurückgewiesen, und ein Ausschuss des Repräsentantenhauses kam zu dem Schluss, dass er nicht wissentlich illegale Spenden angenommen habe.

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