Mi, 15. August 2018

"Nichts Besonderes"

09.02.2009 10:50

Chinese durchschwimmt Wörthersee nochmals

Es regnet, es ist saukalt und der Blick auf den grauen Wörthersee ist alles andere als dazu einladend, sich ins vier Grad kalte Wasser zu stürzen. Außer für Yi Yang, einen chinesischen Austauschstudenten, der mit seinem Faible fürs Eisschwimmen auch am Sonntag in Krumpendorf für Aufregung sorgte. Unter dem Jubel vieler Schaulustiger stürzte er sich ins Wasser und kehrte rund 80 Minuten später zurück - zufrieden, aber blau gefroren. Ein Paddelboot mit Rettern begleitete ihn bei seiner 2,6 Kilometer langen "Mutprobe". Mediziner raten Nachahmern dringend ab. Binnen kürzester Zeit könne der Tod eintreten.

Das Abenteuer beginnt im Kopf. Auch bei Yi Yang. Denn den eisigen Temperaturen hält der 27-Jährige bei seiner kilometerlangen Schwimmrunde von Krumpendorf ans gegenüberliegende Ufer nur eine Badehose, mit Powertape fixierte Gummihandschuhe sowie mit Plastikfolie umwickelte Füße entgegen. Und einen immens starken Willen. "Mentale Vorbereitung" ist sein Geheimnis.

Bilder von der "Mutprobe" findest du in der Infobox!

Deshalb mag er vor dem Start auch nicht viel reden - zur Enttäuschung des Publikums, das an dem trüben Wintersonntag Yi Yang bei seinem Hobby zuschaut. "Erst kommt er viel zu spät, dann sagt er nichts", seufzt ein Bub. Dabei hätte er gern gewusst, warum der Chinese den Winter und den Wörthersee so gern hat, dass er öfters hineinspringt und damit sogar schon einmal einen spektakulären Rettungseinsatz ausgelöst hat.

Das war im Dezember, als er zu seiner ersten, "inoffiziellen" Mutprobe antrat. Freunde schlugen damals Alarm, weil sie Yi Yang im eiskalten Wasser nicht mehr sehen konnten. Den Großalarm hatte sich der vermeintlich Ertrunkene jedoch in aller Ruhe vom anderen Ufer aus angesehen...

Kollegin sagt: "Nichts Besonderes"
"In China ist Eisschwimmen sehr populär", erklärt eine Kollegin des BWL-Studenten, die ihn bei seinen Trainingsrunden - er will ja beim Ironman mitmachen - unterstützt. "Da ist das nichts Besonderes."

Mediziner raten von "Mutproben" dringend ab.
"Gesund ist das nicht!", warnt Notarzt Dr. Peter Wellik davor, dem Chinesen nachzueifern und ins kalte Wasser zu springen. Der Körper könne extrem schnell abkühlen. "Bei derart niedrigen Temperaturen im See kann man nicht sagen, wie lange es dauert, bis es zu ernsten Problemen kommt."

Todesgefahr
Mögliche Folgen seien massive Krämpfe, dazu extreme Unterkühlung, die zu Kreislauf- und Atemstillstand führt. "Der Tod kann binnen Minuten eintreten", so Wellik.

Sogar Extremsportler würden nicht bloß eine Badehose anziehen, wie es der Chinese getan habe, sondern einen Neoprenanzug. "Letztlich rate ich allen, lieber richtig in die Sauna gehen - ist viel besser...", meint Wellik abschließend.

von Kerstin Wassermann, Kärntner Krone und kaerntnerkrone.at

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