Fr, 21. September 2018

Firma im Dachboden

02.02.2009 22:49

Illegale "Betriebsstätten" in Lainz entdeckt

Die Prüfer des Kontrollamtes haben bei ihren Visiten im Krankenhaus Wien-Hietzing - ehemals Lainz - laut ihrem Bericht illegale "Betriebsansiedlungen" ausfindig gemacht. Eine Spenglerei, eine Installations- sowie eine Elektrofirma haben demnach im Spital ihre Tätigkeit entfaltet. Dabei wurden offenbar auch Sicherheitsbestimmungen umgangen, unter anderem wurde etwa am Dachboden ohne zureichenden Feuerschutz mit offener Gasflamme hantiert. Genehmigungen dafür gab es nicht. Der für das Spital zuständige Technische Direktor wurde inzwischen entlassen.

Das Kontrollamt stellte etwa fest, dass im Dachboden eines Gebäudes eine Spenglerfirma aktiv war. Entdeckt wurden ein umfangreiches Lager für Material sowie eine Werkstätte samt Küche, Sozialräumen und einer Toilette. Eine besondere Gefährdung war laut Kontrollamt dadurch gegeben, dass in der Küche und dem Sozialraum mehrere elektrische Heizgeräte in Vollbetrieb standen, obwohl nach Angabe der Technischen Direktion die Firma im Prüfungszeitraum gar nicht beschäftigt wurde.

Am Dachboden mit offener Gasflamme hantiert
Zwei Flüssiggasflaschen ließen laut Kontrollamt ferner darauf schließen, dass im Dachboden trotz des fehlenden Brandschutzes mit offener Gasflamme hantiert wurde. "Ergänzend war anzumerken, dass der vorhandene Feuerlöscher seit Jahren nicht auf seine ordnungsgemäße Funktionsweise geprüft und auch keine Brandmeldeanlage installiert war", wird im Bericht festgehalten.

"Unzulässige Betriebsstätten"
Ähnliche Entdeckungen gab es auch im Küchengebäude (Installationsfirma) und in anderen Pavillons (Elektrounternehmen). Ein Lagerraum war dabei nur über ein Archiv zu begehen, in dem Patientenbefunde aufbewahrt wurden. Das Lager wurde, so wird der Krankenanstaltenverbund (KAV) im Bericht zitiert, inzwischen geräumt. Das Kontrollamt setzte das zuständige Magistratische Bezirksamt von den "unzulässigen Betriebsstätten" in Kenntnis.

"Patientennaher Bereich nicht betroffen"
Der Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), Wilhelm Marhold, hat am Montag nach einem Bericht des Kontrollamtes zum Krankenhaus Hietzing - vormals Lainz - unterstrichen, dass der für die kritisierten Zustände Verantwortliche seines Amtes enthoben wurde: "Der Technische Direktor des Krankenhauses Hietzing wurde in seiner Funktion abgelöst", so Marhold in einer Aussendung. Bei den kritisierten Nachlässigkeiten und Mängeln hätte es sich allerdings um Bereiche wie den Keller, die Dachböden oder die Wirtschaftsgebäude gehandelt, betonte der KAV-Chef: "Der patientennahe Bereich ist von der Kritik nicht betroffen."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.