Während der Staat jederzeit direkt bei der Hypo einsteigen kann, darf die Hypo erst in fünf Jahren das PS-Kapital in Stammaktien umwandeln. Die Hypo erhält, wie das Finanzministerium in einer Aussendung bekannt gab, eine Call-Option, mit der sie jederzeit Käufer für das Partizipationskapital des Bundes namhaft machen kann.
Tiefrote Bilanz
Zahlt die Hypo dem Staat das Kapital zurück, muss sie 110 Prozent der Summe berappen. Die Dividende von acht Prozent wird der Staat zumindest in diesem Jahr wohl nicht sehen, sie wird nur fällig, wenn Gewinne geschrieben werden. Der Halbjahresverlust der Bank betrug aber bereits mehr als 60 Millionen Euro, die Bilanz 2008 dürfte tiefrot ausfallen.
Auflagen
Zu den staatlichen Auflagen für die Bank gehört neben der Bedingung, binnen drei Jahren 1,8 Milliarden Euro für die Vergabe von Krediten und Leasingfinanzierungen an Klein- und Mittelbetriebe zur Verfügung zu stellen, auch die Vorlage eines Konzepts zur Kosteneffizienz. Darin muss auch eine Beschränkung der Bezüge enthalten sein, die laut Ministerium "keine unangemessenen Elemente" enthalten dürfen.
Keine Boni für Manager
Für 2008 gibt es keine Boni für Manager, ebenso in jenen Jahren, in denen der Bund keine Dividende in voller Höhe erhält. Dazu muss die Hypo innerhalb von vier Monaten einen Bericht über die Nachhaltigkeit der Geschäftstätigkeit vorlegen. An andere Eigentümer als den Staat darf während der Inanspruchnahme des Staatskapitals nur eine Dividende von maximal 17,5 Prozent des ausschüttungsfähigen Gewinns gezahlt werden.
Arbeitsplätze müssen erhalten werden
Weiters muss die Bank bei allen Maßnahmen auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen angemessen Bedacht nehmen. Vorgeschrieben wird auch, dass die Hypo die Eigenmittelquote laut Basel II zuzüglich zwei Prozent nicht unterschreiten darf.
Hypo mit 900 Millionen zufrieden
Die Hypo hatte bis zu 1,5 Milliarden Euro an Staatshilfe beantragt. Die jetzt bewilligten 900 Millionen seien exakt jener Anteil an dem Bankenhilfspaket des Staates, der dem Institut nach dem vereinbarten Schlüssel zusteht, hieß es seitens der Hypo. Bei der sechstgrößten Bank Österreichs ist man nach der Unterzeichnung der Vereinbarung aber zufrieden. "Eine Erhöhung der Kernkapitalquote ist unumgänglich, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, damit sind wir besser kapitalisiert als je zuvor", sagte Vorstandsvorsitzender Tilo Berlin in einer Aussendung am Dienstagabend.
Eigentumsverhältnisse bleiben unverändert
Entgegen Spekulationen über einen Direkteinstieg des Staates ändert sich an den Eigentumsverhältnissen bei der nun getroffenen Vereinbarung nichts. Eigentümer sind zu 67,08 Prozent die BayernLB, zu 20,48 Prozent die Grazer Wechselseitige Versicherung, 12,42 hält das Land Kärnten über die Kärntner Landesholding, mit 0,02 Prozent ist die Hypo Alpe-Adria Mitarbeiter Privatstiftung beteiligt. Die Hypo Group beschäftigt zur Zeit rund 7.500 Mitarbeiter, sie ist in zwölf Ländern aktiv.
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