Kinder-Boykott

Trotz Förderung sollen Kinder in Museen zahlen

Österreich
06.12.2008 19:09
Freier Eintritt für alle unter 19 Jahren - ab Herbst 2009 wird wahr, was Abertausende Eltern seit Jahren fordern. Endlich kostet der Museumsbesuch für die Kinder in Österreich keinen Cent mehr. Doch trotz Millionen-Förderung vom Staat legen sich viele der Bundesmuseen, wie etwa die Albertina (siehe Bild) oder das Kunsthistorische Museum, gegen diese Initiative quer.

Gratis ins Museum, spezielle und kostenlose Führungen für Kinder und Jugendliche - was fast in ganz Europa längst gang und gäbe ist, soll jetzt endlich auch in Österreich umgesetzt werden. In den Koalitions-Vereinbarungen wurde für Herbst 2009 eine Umsetzung dieser Idee beschlossen.

Pilotversuch vielversprechend
Im MUMOK in Wien-Neubau ging im September und Oktober ein Pilotprojekt über die Bühne. Und siehe da: Die Zahl der jungen Museumsbesucher hat sich mehr als verdoppelt. Finanzielle Einbußen gab es nicht. "Das entgangene Eintrittsgeld wird ja vom Staat refundiert. Wir können diese Initiative nur begrüßen", erklärt Sprecherin Eva Engelberger. Mit 95 Millionen Euro Förderung werden die acht Bundesmuseen jährlich finanziert, neu dazu kommt der entgangene Jugend-Eintritt von insgesamt vier Millionen Euro. Wie kann man da gegen dieses Vorhaben sein?

Albertina und KHM negativ eingestellt
"Man sollte lieber in der Schule den Zugang zur Kunst schaffen, statt den Eintritt als Politikum zu verwenden", so Verena Dahlitz von der Albertina. Ganz nach dem Motto: Die Kinder sollen zahlen! Auch Wilfried Seipel vom Kunsthistorischen Museum ist skeptisch: "Nur wenn der Eintritt auch komplett zurückerstattet wird." Ministerin Claudia Schmied zeit sich verständnislos: "Wir wollen so die jungen Menschen für Kultur begeistern. Die Bundesmuseen gehören den Österreichern!" 

Von Michael Pommer und Brigitte Blabseiter, Kronen Zeitung

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