Mo, 20. August 2018

Nach 90 Jahren

01.10.2008 21:07

Letzter russischer Zar Nikolaus II. rehabilitiert

Der letzte russische Zar, Nikolaus II., ist am Mittwoch vom Oberster Gerichtshof in Moskau rehabilitiert worden. Der Monarch sei ein Opfer der sowjetischen Repression geworden, urteilte demnach das Gericht in einer symbolischen Geste, die von den Nachfahren des vor 90 Jahren mit seiner Frau und seinen fünf Kindern ermordeten russischen Monarchen lange eingefordert worden war.

Nikolaus II. hatte auf dem Höhepunkt der bolschewistischen Revolution seine Abdankung erklärt. Zusammen mit seiner Frau Alexandra, dem Sohn und vier Töchtern wurde der Zar am 17. Juli 1918 erschossen. Bisher wurde die Bluttat von den Behörden als Mord eingestuft, nicht als Akt politischer Gewalt.

Familie von jeglicher Schuld freigesprochen
Durch den Gerichtsentscheid ist die Zaren-Familie von jeglicher Schuld freigesprochen. Verbrechen der Romanows gegen das Volk waren von der sowjetischen Führung im 20. Jahrhundert stets als Grund für deren Hinrichtung angeführt worden. Andere Mitglieder der Romanow-Familie waren in den vergangenen Jahren bereits rehabilitiert worden, der Zaren-Familie war dies aber im Februar erneut verwehrt worden. Die sterblichen Überreste der in Jekaterinburg hingerichteten Familie sind in St. Petersburg bestattet.

Großfürstin Maria Wladimirowna hatte im Jahr 2002 einen Ausschuss unter dem damaligen Präsidenten Wladimir Putin angerufen, um ihre Vorfahren rehabilitieren zu lassen. Die Romanows waren schon im Jahr 2000 von der orthodoxen Kirche als Märtyrer kanonisiert worden. Zum 90. Jahrestag ihrer Hinrichtung am 17. Juli kamen Hunderte russische Monarchisten an den Ort der Tat, um der Zaren-Familie zu gedenken.

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