09.07.2008 14:58 |

krone.at-Filmkritik

Edward Norton ist "Der unglaubliche Hulk"

Einen verzweifelten Kampf führt Edward Norton als Hauptdarsteller in der Comicverfilmung "Der unglaubliche Hulk" vor. Es ist vor allem Norton zu verdanken, dass "Hulk" in der Neuauflage intensiver als der zu Recht unbeliebte Vorgängerfilm wirkt, auch wenn es an überzeugenden Bösewichten mangelt. Dennoch: Actionfans und Liebhaber schöner Frauen - Liv Tyler spielt die weibliche Hauptrolle - kommen bei "Hulk" auf ihre Kosten. Ab 11. Juli im Kino!

Wissenschaftler Bruce Banner (Edward Norton) stellt seinen Körper unter der Aufsicht seiner Freundin Betty Ross (Liv Tyler) und deren Vater (William Hurt), einem General der US-Armee, für Experimente zur Verfügung. Eines davon geht schief und Bruce wird schwer verstrahlt - dass er überlebt, grenzt an ein Wunder. Doch er zahlt einen hohen Preis: Immer wieder erwacht in ihm das grüne Monster Hulk, das brutal und ohne Rücksicht auf andere wütet, zerstört und sogar tötet.

Soweit die Vorgeschichte, befindet sich Bruce seit diesem Vorfall auf der Flucht vor der Armee, die seinen Fluch für einen Segen hält und nach Hulks Vorbild Supersoldaten erschaffen will. Der wohl ambitionierteste davon ist der beinharte Kämpfer Blonsky (Tim Roth), dessen Körper nicht mehr so will wie er - also stellt nun er der Armee seinen Körper für neue Experimente zur Verfügung. Stärker und wendiger als je zuvor, will Blonsky immer mehr - auch wenn Roth diese Verbissenheit nur bedingt darstellen kann. Das liegt vor allem daran, dass seiner Figur zu wenig Raum gegeben wird. Abgesehen davon ist der Part des Hulk-Verfolgers und Widerlings bereits von General Ross besetzt - ein leider recht farbloser Charakter.

Schauspielerisch überzeugt derweil Edward Norton als Bruce, der an seinem Schicksal zu verzweifeln droht. Fernab seiner geliebten Betty fristet er ein tristes Dasein in einer brasilianischen Favela, vermeidet den Kontakt zu Menschen und ebenso jede Aufregung. Er hat mit Kampfsport und Ausdauertraining gelernt, seinen Puls und damit auch das Monster Hulk zu kontrollieren und sogar einen vorerst unbekannten Helfer gefunden, der ihm Tipps auf der Suche nach einem Heilmittel gibt. Leider hat sich bisher jeder Wirkstoff als Niete herausgestellt.

Gerade als Bruce verzweifelt und frustriert weiterziehen will, kommt ihm der Zufall in die Quere und General Ross entdeckt seinen Aufenthaltsort, woraufhin er sofort einen Elitetrupp nach Brasilien entsendet. So sehr sich Bruce auch bemüht, den Soldaten zu entkommen - letztendlich kann ihn nur Hulk retten. So kommt es dann auch, dass Bruce mit letzter Kraft in die USA zurückkehrt, am Boden zerstört über den neuerlichen Ausbruch des Monsters - um Betty in den Armen eines neuen Mannes zu sehen. Zu allem Unglück ist ihm dann auch wieder General Ross auf den Fersen und bietet allerhand Waffen und Supersoldat Blonsky auf, um Bruce in Gewahrsam zu nehmen. Die darauffolgende Auseinandersetzung ist eine Pixelschlacht, der man die Herkunft frisch aus dem Animationsstudio leider allzu oft ansieht.

Endlich entkommen ist Bruce entschlossener denn je, Hulk endgültig zu vernichten und sucht zusammen mit Betty seinen anonymen Helfer auf. Der stellt sich als freundlicher Wissenschaftler heraus, der fasziniert ist vom Monster, das da in dem schmächtigen Mann wohnt. Bruces anfängliche Freude verwandelt sich schnell in Verzweiflung: auch der Forscher glaubt, die grüne Kraft zähmen und nützen zu können - ein fataler Fehler. Denn Blonsky möchte noch mehr Kraft und mutiert nach einer Kurzbehandlung durch den unvorsichtigen Wissenschaftler zu einem noch größeren, noch stärkeren und vor allem noch böseren Monster als Hulk. Nun ist es für Bruce an der Zeit zu erkennen, dass er vor seinem zweiten Ich nicht flüchten kann und seine Kraft kontrollieren muss...

Fazit: "Der unglaubliche Hulk" ist gutes Popcorn-Kino. Edward Norton verleiht dem Film quasi im Alleingang wenigstens etwas Tiefgang und einiges an Intensität, den Schurken wird dagegen kaum Raum zur Charakterentwicklung gegeben - sie bleiben oberflächlich und blass. Was dem Film fehlt, sind Witz und Charme. Ein bisschen mehr "Iron Man"-Ironie (Robert Downey Jr. hat in "Hulk" als Tony "Iron Man" Stark übrigens einen Kurzauftritt) hätten ihn spürbar aufgelockert. Wer auf der Suche nach einem animierten Action-Spektakel mit spannend inszenierten Verfolgungsjagden und ganz viel grünem Monster ist, kann dennoch bedenkenlos in die Kinokarte investieren.

Von Bernadette Geißler

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