Albtraum Operation

Wach während OP: Wie kann das passieren?

Nachrichten
12.09.2003 10:48
Während einer Operation wach zu werden, alles zu spüren und sich trotzdem nicht bemerkbar machen können, das klingt nach einem Albtraum, aus dem man Schweiß gebadet erwacht und einfach nur froh ist, dass es nicht real war. Doch für manche PatientInnen wurde dieser Horror zur Realität. Aber wie kann das passieren?
Etwa 200.000 Narkosen werden pro Jahr in Österreichgemacht. Schwere Zwischenfälle - wie zum Beispiel, dass jemandaufwacht und Schmerzen verspürt oder die Operation aufgrundder Narkotisierung nicht überlebt - sind sehr selten. Trotzdem:In der heutigen Zeit sollte es nicht mehr passieren, dass PatientInnendie Narkose nicht vertragen. Normalerweise sollte für jedenMenschen das richtige und sichere Vorgehen gefunden werden. Esgibt die 08/15-Narkose nicht mehr, für jeden Patienten wirdein individuelles Narkoseverfahren geplant und auch ausgeführt,so Anästhesisten. 
  
Bewusst leicht narkotisiert 
Leichte Fälle können auftreten, wenn dieNarkose bewusst leicht geführt wird - wie zum Beispiel beigeburtshilflichen Eingriffen, wo man dem Ungeborenen mit einerzu hohen Dosis eines Narkotikums Schaden zufügen könnte.Aber auch bei Eingriffen am Herzen wird bewusst schwach narkotisiert.Diese Patienten können dann davon erzählen, dass sieStimmen oder das Klappern von Instrumenten gehört haben.Dass Patienten wirklich Schmerzen während der Operation haben,ist sehr selten. Bei den 200.000 Narkosen im Jahr kommt dies beietwa zehn PatientInnen vor. 
  
So kann es zu Fehlern kommen 
Warum das aber manchmal nicht zu verhindern ist?Zum ersten verstoffwechselt jeder Körper Narkotika anders.Die Anästhesisten müssen darauf achten, dass sie fürjeden Menschen das richtige Narkosemittel und die richtige Dosierungfinden. Dabei kann es zu Fehlern oder Fehleinschätzungenkommen. 
  
Auch technische Defekte am Narkose-Apparatoder an der Medikamenten-Pumpe sind nicht auszuschließenund können zu solchen Zwischenfällen führen. Daszum Beispiel kommt zwei bis vier Mal pro Jahr - aber immer seltener- vor. 
  
Hirnströme messen 
Trotzdem: Wenn PatientInnen aufwachen und schrecklicheSchmerzen verspüren, können sie sich aber nicht bemerkbarmachen, weil ihre Reaktionsfähigkeit zu sehr eingeschränktist. Ein erfahrener und aufmerksamer Anästhesist sollte jedochanhand des Kreislaufverhaltens erkennen, wie tief die Narkoseist. Bei Bedarf kann er sie dann vertiefen. 
  
Vereinzelt werden heute auch schon Narkose-Geräteeingesetzt, die die Hirnströme messen und umrechnen, ob derPatient ausreichend narkotisiert ist. 
  
Vertrauen zurück gewinnen 
Derzeit findet in Wien ein Anästhesisten-Kongressstatt. Die Narkoseärzte sind darum bemüht, eventuellverloren gegangenes Vertrauen wieder zurück zu gewinnen.
  
Rechts in der Linkliste findest du Berichte vonzwei Frauen aus Kärnten, die während Operationen imLKH Klagenfurt wach wurden und höllische Schmerzen litten.
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