Wie vor 10 Jahren

Wirbel um Linzer Maibaumdiebe

Wie schon vor genau zehn Jahren sorgt auch jetzt der Diebstahl des Linzer Maibaums in der Nacht zum Samstag für Verwirrung und Ärger. Laut Brauchtumsregeln darf er nur bis drei Tage nach dem Aufstellen entführt werden - der Linzer Maibaum aber stand wegen einer Sondertradition schon seit acht Tagen.
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Während in fast allen oberösterreichischen Gemeinden Maibäume in der Walpurgisnacht zum 1. Mai aufgestellt werden, findet diese Tradition am Linzer Hauptplatz seit 1976 immer am Freitag vor dem 1. Mai statt - damit der Baum zur Eröffnung des Urfahrmarktes bereits steht.

Heuer wurde er auf Ersuchen der Spendergemeinde Obertraun (siehe Interview unten) ausnahmsweise am Samstag vor dem 1. Mai aufgestellt, wurde dann sogar fünf Nächte lang bewacht. Am Samstag um 2 Uhr früh rückte dann die Landjugend „Sterngartl“ aus Reichenau im Mühlkreis an - und entführte den 23 Meter hohen, 1500 Kilo schweren Maibaum unter dem Applaus von vielen Nachtbummlern.

„Das war nicht brauchtumsgemäß“, meint Helmut Lüttge vom „Verband der Heimat- und Trachtenvereine Linz und Umgebung“, aus dessen Wald in Obertraun der Baum stammt. „Wir rechnen erst ab dem 1. Mai - und wollen ein Auslösefest, beharrt der Sprecher der Landjugend „Sterngartl“, der in derselben Nacht ihr Reichenauer Maibaum gestohlen wurde. Bürgermeister Franz Dobusch ist gesprächsbereit…

„Baum sollte für unsere Ausstellungen werben!“
Der Maibaum aus Obertraun ist der sechste, der seit 1976 in Linz gestohlen wurde. Obertrauns Bürgermeister Egon Höll ist nun im Zwiespalt.

Nach fünf Nächten Bewachung ist nun der von Ihrer Gemeinde gespendete Maibaum in der achten Nacht seit dem Aufstellen in Linz gestohlen worden.
Das stört mich schon. Er war als Werbung für unsere Angebote unter dem Titel „Dachstein - Forscher – Höhlenbären“ im Rahmen der derzeit laufenden Landesausstellung gedacht und hatte eine entsprechende Hinweistafel am Stamm.

Diese Spende an die Landeshauptstadt war also schon länger in Planung?
Wir haben schon vor Jahren mit Helmut Lüttge, aus dessen Wald die Fichte stammt, darüber gesprochen und das Fest für 2008 mit 150 mitreisenden Obertraunern vorbereitet.

InLinz gibt es Diskussionen, ob Brauchtums-Gepflogenheiten verletzt wurden.
Maibäume dürfen nur in den ersten drei Nächten gestohlen werden - nur werden Maibäume, ausgenommen in Linz, sonst überall am 30. April aufgestellt.

Bürgermeister Dobusch löst den Maibaum aus und die Diebe sorgten für zusätzliche Obertraun-Werbung.
Das ist das Gute - aber damit ihnen Obertraun verzeiht, müssen sie mit 200 Leuten zu uns zur Landesausstellung kommen.

Foto: Horst Einöder

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