"Krone": Hand aufs Herz: Können Sie sich noch an 1994 erinnern, als Sie zweimal in der Champions League gegen Salzburg gespielt haben?
Ronald de Boer: Natürlich. Es waren zwei schwere Partien, die wir hätten gewinnen müssen, aber es nicht getan haben. Und ich muss zugeben, dass auch Salzburg als Sieger vom Platz hätte gehen können.
"Krone": Sie haben Salzburg jetzt ausführlich studiert – was unterscheidet die Mannschaft heute von der damaligen?
De Boer: Diese Truppe ist nicht nur sehr kompakt, sondern offensiv ungemein stark. Sie haben Bayern regelrecht an die Wand gespielt, und auf uns wartet eine undankbare Aufgabe, weil jeder damit rechnet, dass wir Salzburg wegputzen, nur weil wir Barcelona geschlagen haben.
"Krone": Sehen Sie nach dem, was Sie von Salzburg erlebt haben und was Ihr Bruder Frank erzählt hat, Ajax in der Favoritenrolle?
De Boer: Wer sechs Spiele in der Europa League gewinnt und in der Meisterschaft so weit vorne ist, hat große Qualität. Ich erwarte einen sehr schweren Job. Als ich mit Frank die Aufgabe besprach, hat er gesagt: "Du glaubst nicht, was du siehst. So viel Qualität erwartest du aus Österreich nicht. Wir müssen mit Sicherheit hundertprozentig scharf sein, um da weiterzukommen."
"Krone": Ist das nicht auch ein bisschen tiefgestapelt?
De Boer: Wir machen uns jetzt sicher nicht zum Underdog in diesen Duellen. Aber man muss schon der Realität ins Auge schauen, und die ist nun einmal so, dass Salzburg sehr stark ist.
"Krone": Etwas ganz anderes: Sie haben ja lange in Katar Fußball gespielt. Wie sehen Sie die WM-Vergabe?
De Boer: Ich war Botschafter für die Bewerbung und bin froh, dass die Fußball-WM 2022 dort stattfinden wird. Das ist sehr wichtig für den ganzen Raum – und es werden sich viele Vorurteile auflösen. Im Juni zu spielen halte ich auch nicht für gut, aber im Mai wäre es perfekt. Und bitte: Wir hier in den Niederlanden und auch ihr in Österreich – wir spielen Fußball im Winter, und wenn es dann schön wird, hören wir auf. Das ist doch auch ein Schwachsinn!
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