So, 19. November 2017

Entgleisung im TV

26.10.2017 08:12

„Mongoloid“ - Skandal um Jungstar Verstappen

Pfeilschnell, auf der Strecke manchmal hart und emotional. Außerhalb des Formel-1-Autos ein netter Kerl, der sein Herz auf der Zunge trägt. Doch da ging Max Verstappen zu weit: Im Ärger über die Fünf-Sekunden-Strafe in Austin bezeichnete der Red-Bull-Pilot einen FIA-Stewart im holländischen TV als "mongoloid". (Dass Verstappen auch ein lustiger, umgänglicher Geselle sein kann, zeigt er im Video oben beim Versuch, gemeinsam mit Danny Ricciardo eine Durian-Frucht zu öffnen.)

Auch wenn Ex-Ferrari-Pilot Mika Salo via Internet die Szene mit einer neuen Onboard-Perspektive vom Auto des überholten Kimi Räikkönen aus erklärte - die Strafe gegen Verstappen war ein schlechter Scherz. Der Holländer musste dem Ferrari des Finnen ja ausweichen. Wie er nun auch einem größeren Schaden auszuweichen versucht, den der erst 20-Jährige mit einem TV-Interview nach dem Rennen verursacht hat

Auf "Ziggo-Sport" bezeichnete Verstappen jenen Stewart, der ihn nach Mexiko 2016 nun wieder bestraft haben soll, auf Holländisch als "mongool" - also als mongoloid. Ein früher gebräuchlicher Ausdruck für Menschen mit Down-Syndrom, der heutzutage meist abwertend verwendet wird.

"Wollte nicht verletzen"
Erst konnte Max über seinen Sager noch schmunzeln, mittlerweile ist dem Burschen aber die Tragweite seiner Aussage bewusst: "Im Eifer des Gefechts sagt man so manche Dinge, aber ich habe es natürlich nicht böse gemeint", entschuldigte er sich ebenfalls im holländischen Fernsehen. "In diesem Moment platzt es aus einem heraus. Ich wollte damit niemanden verletzen."

Das Beschimpfen der Offiziellen machte ein anderer Pilot leider "salonfähig": Sebastian Vettel ärgerte sich über Verstappen in Mexiko 2016 derart, dass er Rennleiter Whiting über Funk "Fuck off, Charlie" zuschrie. Am Sonntag steigt erneut der GP von Mexiko - ob diesmal wieder geschimpft wird?

Stefan Burgstaller, Kronen Zeitung

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