Do, 23. November 2017

Nach Hundekontrolle

20.10.2017 18:45

Türkei „beschnüffelt“ prompt Wien-Reisende

Retourkutsche in Istanbul: Nachdem am Flughafen Wien ein Zollmitarbeiter seinen Hund an türkischen Passagieren schnüffeln ließ - die Reisenden waren entsetzt und beklagten unter anderem die rüde, "menschenunwürdige" Vorgehensweise des betreffenden Mitarbeiters - hat nun die türkische Polizei ihrerseits auf den Vorfall reagiert und am Flughafen Atatürk in Istanbul Passagiere vor dem Abflug nach Wien ebenfalls einer tierischen Kontrolle unterzogen.

Was war genau passiert? Bereits nach den allgemeinen Sicherheitskontrollen war der Zollmitarbeiter samt Bargeld-Spürhund am Freitag in Wien-Schwechat auf die Passagiere der Turkish Airlines zugegangen, mit dem eigentlichen Ziel, die Einhaltung der erlaubten Ein- und Ausfuhrgrenzen von Bargeld - in Österreich sind das 10.000 Euro - zu überprüfen.

"Ohne Distanz, als ob die Menschen keine Menschen wären"
"Der tatöwierte und muskulöse Beamte ist dabei überaus rüde und unhöflich gewesen, hat den Hund sogar im Genitalbereich der Passagiere schnüffeln lassen", so der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich, Birol Kilic, im Gespräch mit krone.at. "Das geschah ohne Distanz, als ob die Menschen keine Menschen wären", so Kilic weiter. "Zudem waren die Passagiere ja gerade erst kontrolliert worden."

Die Betroffenen seien jedenfalls über die Aktion entsetzt gewesen. "Eine Frau sagt ja etwa auch im Video, dass sie diese Vorgehensweise nicht akzeptieren kann", berichtete der Obmann weiter. Ein Sprecher der Finanz sprach hingegen von einem routinemäßigen Vorgehen des Beamten. Man sei "wie immer diskret und unaufdringlich vorgegangen", hieß es.

Retourkutsche kurz darauf am Flughafen in Istanbul
Im Gegenzug - also quasi als Antwort auf die Situation in Wien - fand am Freitag eine sehr ähnliche Aktion am Flughafen von Istanbul statt. Auch hier ließ die Polizei Passagiere einer Turkish-Airlines-Maschine vor dem Abflug nach Wien per Spürhund kontrollieren. "Meines Wissens standen hier nicht gezielt österreichische Passagiere im Fokus, vielmehr wurden alle Passagiere des Fluges kontrolliert", sagte Kilic.

Für die Aktion am Flughafen Wien hat Kilic jedenfalls wenig Verständnis. "Solche Aktionen sollten unbedingt vermieden werden", warnte der Obmann. Die Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei seien sehr sensibel, mahnte Kilic zur Vorsicht. "Denn die Welt schaut nach Österreich. Und das Bild von Österreich darf durch solch eine unsensible Aktion, wie sie am Flughafen Wien passiert ist, nicht gestört werden."

Christine Steinmetz
Redakteurin
Christine Steinmetz
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