Mi, 13. Dezember 2017

Top-Aufklärungsquote

06.03.2017 12:29

Anzeigen gegen Asylwerber um 54 Prozent gestiegen

Das Innenministerium hat am Montag die brandaktuelle Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2016 präsentiert. Die gute Nachricht vorweg: Die Aufklärungsquote der Polizei betrug knapp 46 Prozent, das ist der höchste Wert der letzten zehn Jahre. Wermutstropfen allerdings: Die Zahl der Anzeigen stieg im Vergleich zum Jahr davor - insgesamt waren es 537.792, während es 2015 noch 517.870 gewesen waren. Besonders alarmierend: Die Zahl der angezeigten Asylwerber stieg frappant - und zwar um 54 Prozent.

2016 wurden in Österreich wegen gerichtlich strafbarer Handlungen 537.792 Anzeigen erstattet, erklärte Innenminister Wolfgang Sobotka in einer Pressekonferenz. Das bedeute einen Anstieg um 19.923 oder um 3,8 Prozent im Vergleich zu 2015.

Besonders hervorzuheben: Der Polizei gelang es, mit knapp 46 Prozent die höchste Aufklärungsquote der letzten zehn Jahre zu erzielen! Im Vergleich zu 2015 konnte sie um 1,9 Prozentpunkte, im Vergleich zu 2007 sogar um 6,5 Prozentpunkte gesteigert werden.

Enormer Anstieg bei Anzeigen gegen Asylwerber
Einen enormen Anstieg von 54 Prozent gab es bei der Zahl der angezeigten Straftaten, die von Asylwerbern verübt wurden. Waren es im Jahr 2015 noch 14.458 gewesen, stieg die Zahl im Vorjahr auf 22.289. Die meisten Delikte wurden dabei von Afghanen verübt - 5072 waren 2016 tatverdächtig.

Überraschend dabei: Laut Kriminalstatistik gab es hierbei mehr Anzeigen gegen 14 bis 17 Jahre alte Verdächtige - in der Altersgruppe waren es 1622 -, 1208 Anzeigen wurden gegen Männer zwischen 18 und 20 Jahren erstattet. Auf den Plätzen hinter afghanischen Staatsbürgern folgen angezeigte Asylwerber aus Algerien, Marokko, Nigeria und Syrien. Was die verübten Delikte betrifft, rangiert auf Platz eins Diebstahl mit 4684 Tatverdächtigen, gefolgt von Körperverletzung und Suchtmitteldelikten.

Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgegangen
Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank im Jahresvergleich um 16,4 Prozent - es ist damit der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre. Die Täter hierbei stammen vor allem aus dem Ausland. So steht Rumänien auf Platz eins, dahinter folgen Serbien, Georgien, Albanien und Kroatien.

Anstieg bei Gewaltdelikten, aber enorme Aufklärungsquote!
In puncto Gewalt gab es im Gegensatz dazu einen Anstieg bei der Zahl der Anzeigen um knapp sieben Prozent. Der Hauptfaktor seien Auseinandersetzungen von Migranten, hieß es. Auch wurden bei leichten Körperverletzungen knapp 2000 Fälle mehr verzeichnet. Was die Wahl der Waffen betrifft, griffen die meisten Täter zu Messern. Zwei von drei Gewalttaten sind übrigens Beziehungstaten. Bezüglich der Aufklärungsquote kann die Polizei hier einen großen Erfolg verbuchen: Sie beträgt in dieser Sparte 83,9 Prozent - laut Sobotka ein neuer Rekord im Zehn-Jahres-Vergleich und ein Beweis für die großartige Ermittlungsarbeit der Polizei.

Cybercrime-Delikte steigen weiter
Weniger Erfreuliches gibt es rund um Cybercrime-Delikte zu berichten. Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahr erneut - und zwar gewaltig. So gab es bei den Anzeigen einen Anstieg von knapp 31 Prozent, hieß es. Die Aufklärungsquote liegt bei knapp zwei Prozent.

Zuwachs bei Anzeigen wegen Wirtschaftskriminalität
Erstmals seit dem Jahr 2012 gab es zudem im Vorjahr einen neuerlichen Anstieg im Bereich der Wirtschaftskriminalität - und zwar um knapp elf Prozent von 48.601 Delikten im Jahr 2015 auf 53.905.

Künftig mehr Polizeibeamte und bessere Ausrüstung
In Zukunft will man hart daran arbeiten, Österreich noch sicherer zu machen. So wird - wie bereits angekündigt - die Zahl der Polizeibeamten im Land um mehr als 1500 aufgestockt. In die Ausrüstung will man weiter investieren, 110 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

Doch auch die Bevölkerung selbst ist weiter dazu angehalten, wachsam zu sein, und soll bei sicherheitspolitischen Fragen mehr Mitspracherecht erhalten. So soll das Sicherheitsvertrauen der Österreicher gestärkt werden. "Es braucht eine Gesellschaft des Hinsehens, nicht des Wegschauens", meinte Sobotka.

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Redaktion
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