Mo, 20. November 2017

Diskussion ausgelöst

19.11.2014 12:48

Nach Messerattacke an Schule: „Hemmschwelle sinkt“

Ins WC gezerrt und mit einem Messer ein Kreuz in den Rücken geritzt – die mutmaßliche Attacke zweier Achtjähriger gegen einen Mitschüler in Jenbach löste eine Diskussion rund um Gewalt unter Kindern aus. Die Hemmschwelle ist gesunken, es wird eher exzessiv zugeschlagen, sagt eine Expertin.

Wie sind zwei achtjährige Volksschüler in der Lage, einen ihrer Mitschüler in die Toilette zu zerren und ihn dort mit einem Messer oder einem anderen spitzen Gegenstand regelrecht zu misshandeln? Das ist nur eine von vielen Fragen, die sich zahlreiche Tiroler nach der brutalen – mutmaßlichen – Attacke an der Volksschule 1 in Jenbach (wie berichtet) stellen. Was diesen aktuellen Fall anbelangt, herrscht nach wie vor großes Stillschweigen. Niemand, egal ob etwa vonseiten der Schulleitung, der Lehrerschaft oder des zuständigen Jugendamtes, will (oder darf) dazu etwas sagen.

"Die Hemmschwelle ist bei vielen Kindern deutlich gesunken"
Eine Diskussion rund um Gewalt unter Kindern hat die brutale Attacke aber allemal ausgelöst. "Grundsätzlich hat die Gewalt nicht zugenommen. Es wird heutzutage nur deutlich mehr in der Öffentlichkeit darüber diskutiert", erklärt Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser gegenüber der "Krone". Dennoch warnt die Expertin: "Die Heftigkeit der Gewalt hat im Vergleich zu früher zugenommen. Die Hemmschwelle ist bei vielen Kindern deutlich gesunken. Heutzutage wird eher exzessiv zugeschlagen!"

Viel hängt von Eltern ab
Beim Thema Gewalt hänge viel von den Eltern ab. Oft würden Kinder gar keine andere Lösung kennen, als zuzuschlagen. "Eltern müssen daher unbedingt darauf achten, was man den Kindern vorlebt", betont Harasser.

Gänzlich verhindern kann man Gewalt an Schulen aber ohnehin nicht. Das weiß man auch beim Landesschulrat für Tirol. "Es werden aber präventive Maßnahmen umgesetzt und ein Unterstützungssystem angeboten, um dem Ziel der gewaltfreien Schule möglichst nahe zu kommen."

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